Microsoft kapituliert vor Kaspersky: Windows 10 wird angepasst – zum Leidwesen der Nutzer

33

Microsoft und Kasersky haben einen bitteren Streit, der über die letzten Monate immer heftiger geworden war, überraschend beendet. Dies haben beide Unternehmen heute verkündet und schnell wird klar, dass Microsoft die teils absurden Forderungen des Herstellers für Anti-Virus-Software komplett erfüllen wird.

Kaspersky und das Windows 10-Wunschkonzert

Kaspersky hatte vor einigen Monaten bei unterschiedlichen Behörden Beschwerde gegen Microsoft eingereicht, weil man sich von den Redmondern ungerecht behandelt fühlte. Microsoft hatte einige Änderungen mit Windows 10 vorgenommen, welche den Herstellern von Anti-Virus-Software das Leben etwas schwerer macht. So konnte abgelaufene Anti-Virus-Software bislang nicht unendlich viele Benachrichtigungen über den Ablauf der Lizenz aussenden. Das ändert sich künftig. Nutzer können zurecht befürchten, dass die oftmals als Bloatware mitgelieferten Antivirus-Programme den Nutzer künftig noch aggressiver mit Warnungen und Benachrichtigungen zum Kauf einer neuen Lizenz drangsalieren werden.

Zudem wird Microsoft ändern, wie Windows 10 die Nutzer benachrichtigt, wenn der kostenlose Windows Defender bei einem abgelaufenen Virenschutzprogramm übernimmt. Wenn der Nutzer nach einer gewissen Zeit nicht die Lizenz verlängert, sorgte der Windows Defender daraufhin für den Schutz des Systems, war der unbezahlte Virenschutz doch ohnehin nutzlos geworden. Künftig wird der Nutzer aktiv die Wahl haben, welcher Virenschutz aktiviert werden soll mit einer permanenten Benachrichtigung.

Zum Schluss bekommen die Entwickler von Antivirus-Software mehr Zeit, ihre Programme mit finalen Windows 10-Builds zu testen. Kaspersky hatte beklagt, dass zu wenig Zeit bleibe, um nach der Fertigstellung einer neuen Windows 10-Version die eigenen Programme dafür zu optimieren. Noch vor wenigen Wochen hatte Microsoft noch geantwortet, dass die Hersteller wie alle anderen Nutzer und Entwickler auch das Windows Insider-Programm nutzen können, um kommende Windows 10-Versionen vorab zu testen.

Änderungen zum Leidwesen der Nutzer

Für die Hersteller von Antiviren-Software ist es natürlich ein sehr großer Sieg, den Kaspersky für die gesamte Branche erzielt hat. Microsoft hat sich bislang gegen die Vorwürfe gewehrt, die teilweise völlig absurd waren und Kaspersky wirken ließen, als gehe es dem Unternehmen nicht darum, die Nutzer zu schützen, sondern ihnen möglichst schnell das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Vor allem die Maßnahme, dass der Windows Defender nach Ablauf einer nicht bezahlten Virenschutz-Lizenz weiter für Sicherheit sorgt, kann man aus Sicht der Nutzer nur begrüßen. Dasselbe gilt für die Limitierung der Benachrichtigungen, die abgelaufene Virenschutz-Software senden kann. Diese Meldungen sind großteils schwer wegzuklicken und haben nur zum Ziel, um jeden Preis eine Verlängerung des Abos zu erzielen. Dass die Redmonder dieses Limit aufheben, ist eine vollständige Kapitulation von Microsoft vor Kaspersky und den Antivirenherstellern. Am Ende leiden die Nutzer darunter.

Wie findet ihr Microsofts einseitigen „Kompromiss“ mit Kaspersky? 


via thurrott / Quelle: Microsoft

Über den Autor

23 Jahre alt, Redakteur bei WindowsArea.de, Windows Insider MVP.

neuste älteste beste Bewertung
Benachrichtige mich zu:
CopyConstructor
Mitglied
CopyConstructor

Ich kann die Forderungen von Kaspersky durchaus nachvollziehen. Wir haben doch eine freie Marktwirtschaft! Der Kunde kann entscheiden ob er die penetrante Werbung gegen Ende des Lizenz Zeitraums akzeptiert, indem er einfach nächstes mal einen anderen Antiviren Hersteller nutzt. Bei anderen Programmen wie z.b. F-Secure war ich letztes jahr sehr zufrieden, keine unnötige Werbung und keine ständigen upgrade Aufforderungen. Man kann auch freie Versionen einiger Hersteller verwenden, dabei ist dann aber Werbung völlig legitim! Irgendwie muß sich ein Unternehmen finanzieren: Virus Analyse ist teuer und kann aufwendig sein. Die kostenlose dreingabe des defenders ist rechtlich schon grenzwertig, man beachte die… Read more »

coloneljacen
Mitglied
coloneljacen

Wenn jemand gerne Virenschutzsoftware und „Security Suites“ (die die Angriffsfläche durch einreißen von zusätzlichen Sicherheitslücken vergrößern) von Drittanbietern nutzen will, braucht der oder die jenige sich nicht über Updateprobleme und beschädigte oder von Schädlinge befallene Windows Systeme bei Microsoft beschweren. Es ist schon besser, wenn Microsoft seine Systeme vom Haus aus so gut wie möglich mit einem Virenschutz und Firewall abzusichern. Wenn Microsoft das nicht tun würde, wird es wieder „Windows ist zu unsicher und Microsoft tut nichts dagegen.“ Microsoft kennt ihre Systeme immer noch besser, als irgendwelche Drittentwickler. Microsoft hatte noch nie jemanden daran gehindert, Softwarealternativen zu den eigenen… Read more »

CopyConstructor
Mitglied
CopyConstructor

Wie gesagt der scanner von Microsoft ist (noch?) nicht konkurrenzfähig. Das man sich generell neue Sicherheitslücken durch dritt Anbieter software holt ist so zu pauschal beurteilt. Im Gegenteil: Wenn ein Angreifer Sicherheitslücken in verschiedenen Komponenten finden muß is es für ihn schwerer.
Mit anderen Worten: Eine große Breite an verschiedenen antivirus Lösungen macht es angreifern schwerer als nur ein system.
Außerdem hat das mit dem Thema, der beschwerde von Kasperski nicht wirklich was zu tun.

Reschef
Mitglied
Reschef

Zu behaupten der MS scanner ist nicht konkurrenzfähig ist simple Unsinn, du hast offensichtlich keine Ahnung wie genau der funktioniert, sonst wüsstest du dass der zu den modernsten scannern überhaupt gehört und selbst andere kostenpflichtige Scanner wesentliche Defizite aufweisen – Stichwort Cloud zB 😉
Usinn ist ebenfalls, dass eine große Anzahl von Scannern besser ist, denn die Virendefinitionen sind grundsätzlich gleich, der Unterschied liegt nur darin, wie schnell der Hersteller diese auf dem neusten Stand hat.

Reschef
Mitglied
Reschef

Die kostenlose Beigabe ist nicht grenzwertig, das ist einfach nur typisch EU und DE, als ob das so schwer ist einen anderen Browser zu installieren ohne diesen schwachsinnigen Hinweis, den man dann wieder wegklicken muss. Um genau diesen Schwachsinn von damals nicht zu wiederholen ist MS auch auf Kaspersky bzw. alle Hersteller zugegangen und hat nicht kapituliert wie es in der Überschrift steht. Dass es einfach wirklich nur Schwachsinn ist erkennt man schon daran, dass der Hinweiß beim Edge nicht mehr Pflicht ist, somit ist also der IE nicht einfach so erlaubt, jeder andere Browser schon, wie erwähnt typisch EU… Read more »

ratzl
Mitglied
ratzl

Kann es nicht auch sein, dass Kaspersky mal klar gesehen hat und seine idiotische Handlungsweise erkannt hat? Microsoft kam dem auf halbem Weg entgegen, warum auch immer…?!

andi_sco
Mitglied
andi_sco

Hätte Microsoft nicht eingelenkt, wären wieder Strafzahlungen in ganz geringen dreistelligen Millionenbeträgen erfolgt.

Nutzer hin oder her, die Anti Viren Typen versauen es sich doch selber, mit dieser penetranten Werbung -> Optimierung hier, Optimierung da
Hier Zusatzsoftware, da extra Firewall…

Windows Defender und gut ist.

ratzl
Mitglied
ratzl

Ich glaube kaum, dass Strafzahlungen seitens MS angefallen wären. Microsoft ist ein Software-Entwickler und es ist sein gutes Recht, die Sicherheit für die eigenen Nutzer zu optimieren. Wenn Kaspersky fürchtet, sein Virenschuttprogramm, nicht mehr an den Mann bringen zu können, dann ist das dem Geist der Zeit in Rechnung zu stellen, Zeiten ändern sich und auch Kaspersky muss seine Firma veränderten Bedingungen anpassen. Ich nutze ausschließlich den Defender und bin sehr zufrieden! Kaspersky kenne ich, fand ihn extrem überladen, konfus zu bedienen und systemverlangsamend….wird schon seinen Grund haben, weshalb der seine Felle wegschwimmen sieht ? Aber Microsoft steckt den Kopf… Read more »

rom
Mitglied
rom

Ich nutze kaspersky und bin demzufolge ein idiot! Ich bin auch der meinung, dass jeder selbst verantwortlich für seine sicherheit ist. Ich habe seit jahren kaspersky und bin bisher gut gefahren. Als antivirenhersteller würde ich auch alles versuchen. Zudem ist ms auch nicht über alle zweifel erhaben. Schlussendlich wollen alle nur deine daten, um damit geld zu verdienen, viel geld.

sndafrei
Mitglied
sndafrei

…kein Kommentar

mrbwr
Mitglied
mrbwr

Du hast denn sinn des artikels nicht verstanden, als abozahler von denen betrifft dich das ja nicht, es ging um die leute die einen neuen pc erwerben und nach ablauf der testzeit so lange genervt werden bis sie ein abo kaufen oder das ding deinstallieren, das die software gut ist, steht ausser frage aber das sollte jeder selbst ohne druck entscheiden dürfen und wenn ich an McAfee denke, ein laie würde denken der rechner wird direkt verseucht wenn man nicht zahlt. Ich denk Kaspersky ist da nicht viel anders

Reschef
Mitglied
Reschef

Meiner Meinung nach ist jeder ein Idiot (um mal deine Äußerung aufzugreifen), der für so eine Software zahlt, denn für ein Angreifer ist es kein Problem diese zu umgehen egal welche es ist.
Das Geschäftsmodell ist grundsätzlich überholt, wer dies nicht erkannt hat, wie Kaspersky zB, der hat eben Pech.

goliath282
Mitglied
goliath282

Ich denke nicht, dass es ein Armutszeugnis ist. Denn wie hier zeigt es sich ja eh schon, dass keiner mehr zusätzliche Virenschutzsoftware braucht. Also sind die Zugeständnisse kein Problem für MS und sorgt eher für ein bisschen Entspannung.

BerndOH
Mitglied
BerndOH

Nutze nur den Defender.

Comando LosTioz
Mitglied
Comando LosTioz

Mir egal,nutze nur noch den Defender.

joergg1234
Mitglied
joergg1234

Ich nutze seit Jahren nur noch den Defender. Bin bis jetzt immer gut damit gefahren ☺ alles andere bremst den Pc nur aus!

Dustynation
Mitglied
Dustynation

Da ich den Defender aktiviert habe brauche ich keine andere Software, die mein System zusätzlich ausbremst.
Dass Microsoft hier eingeknickt ist, wirkt sich doch bei unwissenden wieder negativ aus. Die denken, dass der PC mit Windows 10 nun nicht mehr geschützt ist ?

CopyConstructor
Mitglied
CopyConstructor

Der Defender hat aber einige nachteile.
– Er ist langsam
– Er findet nicht alle Viren
– er kann Viren nicht verhaltensbasiert erkennen

Brogamer
Mitglied
Brogamer

Hatte bis jetzt nie den Eindruck, dass er langsam ist. Dafür ist mein Rechner vermutlich zu schnell ?
Und hatte in 2 Jahren noch nie ein Problem trotz Besuchen auf „unseriösen“ Seiten.

skillmoon
Mitglied
skillmoon

Das Größte Problem bei Virenscanner ist das man nur sehr schwer bis gar nicht die Großen Windows Updates installieren kann. Hatte Avira installiert bei 5 Familienmitgliedern bei 3 von 5 gingen das 1604 und das 1703 update nicht. Hatte mehr Volumenlizen 10 auf 5Jahre. Seit dem nur noch der defender. Schlechte Programmierung für teuer geld gehört verboten Kaspersky allen voran und Microsoft knickt bei allem viel zu schnell ein wie bei Windows Mobile.

ratzl
Mitglied
ratzl

Richtig!!!

stefiro
Mitglied
stefiro

Ist mir egal. Bei allen PCs, die ich einrichte, frage ich die Besitzer, ob sie diesen Bloatware-Schutz behalten wollen oder nicht, nicht ohne entsprechende Hinweise … Und dann wird das System zurück gesetzt… Und jeder, der nicht fragt, und sich irgendeinem Schutz installiert, hat dann selbst Schuld. Wohlgemerkt spreche ich niemandem das Recht auf einen umfassenden Schutz ab, im Gegenteil. Aber ab dann kostet Unterstützung auch …

429

Landmatrose
Mitglied
Landmatrose

McAfee als erstes zu entsorgen, hat sich für mich bisher immer ausgezahlt. Systembremse ersten Ranges.

prim
Mitglied
prim

Ich werd den Versagern, keine Geld in den Rachen Werfen. Teils unausgereifte und veraltete Software, teuer verkaufen für einen schutz der nicht gewährleistet ist. Der Geschäftszweig hat sich selbst überlebt und hält sich nur noch, durch Irreführende Informationen über Wasser.

Brogamer
Mitglied
Brogamer

+1

BuuHuu
Mitglied
BuuHuu

+1

Manuel
Mitglied
Manuel

Für Microsoft ein absolutes Armutszeugnis.. Anders kann man es nicht sagen.

Knight
Mitglied
Knight

Ganz ehrlich… Die hätten doch bei MS machen können was sie wollen und wären trotzdem die Idioten gewesen.
Unabhängig davon finde ich es auch etwas peinlich. Als Defender-Nutzer juckt mich das ganze eh recht wenig.

stefiro
Mitglied
stefiro

?

stefiro
Mitglied
stefiro

Finde ich nicht. Ist nur weitsichtig, denn sie würden vor Gericht wieder verlieren und sich entsprechenden Shitstorm einhandeln … Ich finde jeder ist selbst dafür verantwortlich, was er sich installiert, und wenn sich jemand, der sich nicht auskennt, keinen Rat einholt (auf welchem Weg auch immer), ist er selbst Schuld…

BuuHuu
Mitglied
BuuHuu

Japp.. Idioten sind die, die kaspersky bezahlen ^^ der Windows defenter ist richtig gut geworden.

ratzl
Mitglied
ratzl

Wieso Shitstorm gegen MS oder/und Strafzahlungen??
Weil ein „Virenschutzproduzent“seine Felle wegschwimmen sieht und laut heult?! ???
Microsoft braucht sich absolut nichts vorwerfen zu lassen!! Der Defender ist prima und super ins System integriert; der Nutzen für User ist in meinen Augen und für meinen Bedarf vorbildlich. Wenn ein Antivirenkonzern sowas nicht gebacken kriegt ist das deren eigenes Versagen!
Schlimm, wenn da Microsoft schon wieder eingeknickt ist. Was ist nur aus diesem Weltkonzern geworden?!

Reschef
Mitglied
Reschef

Da hat wohl einer geschlafen, als es damals um den IE ging.