
Microsoft hat heute die Windows 10 Build 16257 für Windows Insider im Fast Ring ausgerollt. Erst gestern hat das Unternehmen angekündigt, dass Eye-Tracking in Windows 10 integriert wird, sodass auch Nutzer mit ein Nerven- oder Muskelkrankheiten in der Lage sind, einen PC zu bedienen.
Eye Control
Das Feature nennt Microsoft Eye Control und es findet sich in den Einstellungen für erleichterte Bedienung. Es gibt verschiedene Modelle zur Interaktion mit dem PC, darunter eine Tastatur, welche auch Shape Writing (Swype) unterstützt, eine Maus, welche mittels Bewegung der Augen gesteuert wird und eine Ausgabe für Text-zu-Sprache.
Einrichtung für Eye Control unter Windows 10
- Besitzen oder erwerben eines Tobii Eye Tracker 4C
- Download des aktuellsten Hotfix für Tobii Core Eye-Tracking Software mit Version 2.10.11.6458 und ausführen mit der eigenen Kalibrierung.
- Suche nach Windows Updates: Der Eye Tracker HIDClass Treiber sollte gefunden und installiert werden.
- Sicherstellen, dass der Eye Tracker mit dem PC verbunden ist unter Einstellungen > Erleichterte Bedienung > Andere Optionen > Eye Control.
Derzeit steht bei der Tastatur allerdings nur das US-amerikanische Layout zur Verfügung, sodass nur Nutzer davon profitieren, die der englischen Sprache mächtig sind. Es bleibt zu hoffen, dass Microsoft die Unterstützung schon bald erweitern wird. Mit der offiziellen Unterstützung in Windows 10 könnten in Zukunft weitere Patienten in den Genuss dieser Möglichkeiten kommen, denn die Investition in Eye Tracker und Tablet muss nicht einmal über 500 Euro kosten. Die Integration in Windows 10 dürfte es weiteren Menschen zugänglich machen.
Wie funktioniert Eye Tracking in Windows 10?

Nach der Einrichtung gibt es für den Nutzer einen zentralen Punkt im Betriebssystem, von wo aus sämtliche Optionen aufgerufen werden können. Das Interface erinnert gewissermaßen an die Xbox Game Bar in Windows 10.
Dort hat der Nutzer vier Optionen, wo er wählen kann, wie mit dem PC interagiert werden soll. Anwender können ganz rechts die Maus wählen, sodass sie mit ihren Augen den Mauszeiger unterstützt steuern können, um Apps oder Webseiten zu öffnen oder andere Inhalte zu klicken.

Links daneben befindet sich die Option für Text-zu-Sprache, wobei es sich um eine Bildschirmtastatur handelt, welche dem Nutzer im wahrsten Sinne des Wortes eine Stimme gibt. Die Text-zu-Sprache-Tastatur füllt den gesamten Bildschirm aus und zeigt oben einige Wörter an, die häufiger verwendet werden. Sie ermöglicht die Kommunikation mit anderen Menschen und ist ein wichtiges Werkzeug für die Patienten.
Die zweite Option von links erlaubt den Nutzern, eine virtuelle Tastatur zu öffnen, um beispielsweise Emails zu beantworten oder Texte zu verfassen. Die Tastatur unterstützt nicht nur die Eingabe einzelner Buchstaben, sondern auch das sogenannte Shape Writing, welches vielen von uns allerdings eher als Swype bekannt sein dürfte. Anstatt einzelne Tasten zu drücken, wischt man mit dem Finger jeweils zu den Buchstaben und lässt los, wenn man das Wort fertig hat. Die Software erkennt dann, um welches Wort es sich wahrscheinlich handelt. Mit Eye Control funktioniert das sehr ähnlich, sodass auch die Patienten sehr effizient und schnell schreiben oder sprechen können.
Die beiden Pfeile ganz links im Eye Control Launchpad erlauben das Verschieben dieser kleinen Leiste und einige Änderungen am Interface.
Eye Control-Einstellungen
In den Einstellungen können die Nutzer eine Reihe von Änderungen machen, beispielsweise jene, wie schnell ein Element reagieren soll, wenn man darauf blickt. Eye Control funktioniert nämlich nicht nur über das Blinzeln des Nutzers, sondern kann auch reagieren, indem der Nutzer einen Bereich oder ein Bedienelement länger ansieht. In den Einstellungen kann konfiguriert werden, wie lange es dauert bis Windows reagiert, wenn ein Element angesehen wird. Zudem kann darin Shape Writing deaktiviert werden.
Bekannte Fehler mit Eye Control
- Eye Tracking funktioniert nicht gut im direkten Sonnenlicht. Das Gerät könnte eine erneute Kalibrierung benötigen bei Veränderung der Lichtverhältnisse.
- Das Launchpad blockiert teilweise das Tobii UI während der Kalibrierung. Um das zu verhindern, muss zwischenzeitlich Eye Control deaktiviert werden bis die Kalibrierung fertig ist.
- Bei Punkten (.) könnte Shape Writing stecken bleiben. Um das Problem zu beheben, müssen Nutzer Shape Writing bei der Tastatur deaktivieren und wieder aktivieren.
Microsoft Edge Verbesserungen

- Microsoft Edge erhält Fluent Design in der Symbolleiste. Es gibt neue Animationen für Tabs und andere Elemente.
- Teile von URLs lassen sich endlich richtig bearbeiten, indem nun nur jener Teil angeklickt wird, wo man tatsächlich geklickt hat.
- Fehler, dass die URL zum Bild anstatt das Bild beim Kopieren eingefügt wurde, ist nun behoben.
- Fehler beim Schließen von Tabs wurde behoben.
Verbesserungen für die Konsole

Die Windows Konsole unterstützt nun 24-bit RGB Farbe. Damit bekommt cmd zum ersten Mal seit 20 Jahren eine Aktualisierung.
Ansonsten hat Microsoft eine Reihe von kleineren Verbesserungen mit dem Update ausgerollt, welche vor allem Fehler aus bisherigen Builds korrigieren.
Bekannte Fehler in Windows 10 Build 16257
- Start. Action Center und Benachrichtigungen könnten gelegentlich einen 100% transparenten Hintergrund haben. Um den Fehler zu korrigieren, müssen Nutzer den ShellExperienceHost.exe über den Tast Manager beenden.
- Empfohlene Apps (Werbung) am Startbildschirm wird trotz Deaktivierung weiterhin angezeigt. Microsoft sucht nach dem Fehler.
- Der Fehler 80070057 könnte beim Installieren oder Aktualisieren von Apps im Windows Store auftreten. Es wird empfohlen, die ältere Version vorher zu deinstallieren, um den Fehler zu umgehen.
Quelle: Microsoft


Ich denke mal, dass wir uns der finalen Build-Nummer annähern … Die Build hat hinten eine .1 stehen und heißt rs3_release …