Minecraft Earth: Microsofts neues AR-Game ist enorm vielversprechend

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Augmented Reality-Games für Smartphones sind noch nicht ansatzweise dort, wo sie die Entwickler der Plattformen sich wünschen. Mit Pokémon Go und Ingress sind einzelne Erfolge gelungen, jedoch ist der anfängliche Hype darum recht schnell abgeklungen.

Microsoft hat nun seinen eigenen Anlauf in diesen Bereich angekündigt mit Minecraft Earth. Wie auch die zuvor genannten Games, hat es das Potenzial, eine enorme Verbreitung unter Spielern zu finden. Das Game wirkt jedenfalls absolut vielversprechend.

Wie funktioniert Minecraft Earth?

Minecraft Earth wird nicht von der ehemaligen Google-Tochter Niantic entwickelt, sondern ist eine hauseigene Entwicklung von Mojang. Im Gegensatz zu Pokémon Go oder Ingress, das im Grunde nur das Ziel hat, möglichst viele Objekte zu sammeln bzw. einzufangen, setzt Minecraft Earth den Aspekt der Kreativität von Minecraft in Augmented Reality um.

Basierend auf den Kartendaten von Open Street Maps werden Spieler in ihrer Umgebung Minecraft-Blöcke finden, die sie über das Smartphone durch Drücken eines Knopfs abbauen bzw. einsammeln können. Seltenere Minecraft Blöcke, wie zum Beispiel Diamanten, werden allerdings wie auch im Spiel etwas seltener sein. Die Spieler werden hierfür in generierte Abenteuer einsteigen müssen, welche in die echte Welt projiziert werden. Dort können dann die selteneren Blöcke genau wie im Spiel selbst abgebaut werden. Nutzer werden sogar in echten Flüssen angeln und Redstone-Schaltungen bauen können.

„Build Plates“: Dein Grundstück in AR-Minecraft

Das Sammeln von Blöcken ist in Minecraft Earth ein genauso essenzieller Bestandteil wie im Survival Mode des Spiels selbst. Zum Bauen nimmt Minecraft Earth sogenannte Build Plates her, bei denen es sich um persönliche Bauplätze im Spiel handelt. Diese können wahlweise auf einen Esstisch passen oder so in Lebensgröße gebaut werden. Hier können die Nutzer ihrer Kreativität freien Lauf lassen und die Blöcke nutzen, die sie unterwegs gefunden haben.

Zu diesen Build Plates können Freunde eingeladen werden, welche dann die eigenen Kreationen bestaunen oder beim Bau mithelfen können. Die gesammelten Blöcke können innerhalb der Build Plates auch gehandelt werden, sofern euch nach Tauschgeschäften ist. Der große Vorteil gegenüber Pokémon Go und anderen Games liegt genau hier. Spieler können etwas mit dem Game anfangen, ohne permanent rumlaufen zu müssen. Die Spieler können sich damit auch zuhause beschäftigen, wenn das Wetter keine Aktivität draußen zulässt.

Das Spiel wird aber zweifellos erfordern, dass die Spieler Initiative zeigen und dies natürlich entsprechend belohnen. Die Abenteuer können seltene Blöcke enthalten, aber auch seltene Tiere, die Freunden im Anschluss ebenfalls gezeigt werden können. Da diese aber prozedural generiert werden, müssen Spieler nicht zu bestimmten Orten wandern oder in größeren Städten leben. Das nächste Abenteuer kann auch gleich um die Ecke sein.

Jugendschutz, Crossplay und Monetarisierung

Minecraft Earth wird für iOS und Android als Free-to-Play-Game erhältlich sein, jedoch hat Microsoft noch keine Details zur Monetarisierung des Spiels genannt. Das Ziel sei laut dem Produzenten aktuell, das Gameplay zu perfektionieren und dabei dem Geist des Originals treu zu bleiben. Es soll allerdings keine Loot-Boxen, kein Pay-to-Win und auch keine Monetarisierung basierend auf „Zeitstrafen“ geben.

Wenn Kinder draußen spielen, sind sie immer gewissen Gefahren ausgesetzt. Microsoft ist natürlich darum bemüht, die vor allem junge Zielgruppe gut zu schützen. Diese Aspekte nimmt das Unternehmen bereits während der Entwicklung sehr ernst. So wird Minecraft die Xbox Live Schnittstelle nutzen, da der Dienst bereits sehr robuste Funktionen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen integriert hat. Minecraft Earth wird bei jüngere Spielern zudem besonders achtsam sein, dass deren Kreationen nicht in der echten Welt angezeigt werden.

Minecraft Earth: Release

Minecraft Earth wirkt auf den ersten Blick außerordentlich vielversprechend, kombiniert es doch die Stärken von Pokémon Go mit einem traditionelleren Gameplay, das weniger Aktivität des Nutzers erfordert. Sollte sich der Minecraft-Hype auf AR-Games übertragen lassen, könnte Microsoft hiermit auf eine Goldmine gestoßen sein.

Minecraft Earth wird in den USA zuerst ausgerollt und im Laufe des Sommers soll ein geschlossener Beta-Test in ausgewählten Städten stattfinden. Erst danach wird es einen globalen Release geben, allerdings wurden hierzu kaum Details genannt.


Quelle: Minecraft

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22 Jahre alt, Redakteur bei WindowsArea.de, Windows Insider MVP.

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swisswp
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swisswp

Minecraft für kids, Space Engineer für ältere kids 😁

Mamagotchi
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Mamagotchi

Zum einen ist Minecraft die meiner Meinung nach am meisten überschätze Spiele-IP der Welt. Zum anderen halte ich das Spielkonzept für absolut langweilig.

Aber es gibt ja genügend Minecraft-Spieler, die diese technisch zwar beeindruckende aber spielerisch langweilige App nutzen werden.

Es ist übrigens bezeichnend, dass Microsoft seine eigene Plattform nicht unterstützt. Und gerade für W10onARM wäre die App sicherlich ein Zugewinn.

Armin Osaj
Editor

Jeder, der sagt, Minecraft wird überschätzt, unterschätzt es nur 😉