US-Chiphersteller umgehen Huawei Bann durch Gesetzeslücke

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Nachdem die US-Regierung ein Dekret erlassen hatte, das den Handel zwischen US-amerikanischen Unternehmen und Huawei untersagt, waren die Folgen davon vorerst nicht absehbar. Von Beginn an versuchte WindowsArea.de allerdings die Faktenlage zu erklären, anstatt der medialen Panikmache zu folgen.

Huawei hatte nämlich recht schnell reagiert und auch zukünftige Updates für die eigenen Geräte versprochen. Auch bei Windows-Geräten war die Situation rasch geklärt, sodass kein Grund zur Panik bestand.

Gesetzeslücke

FedEx und weitere Unternehmen klagen bereits die US-Regierung im Interesse von Huawei, um das Handelsverbot wieder aufzuheben. Die US-Unternehmen haben jedoch schon eine Gesetzeslücke gefunden, die den Huawei-Bann effektiv wirkungslos macht. Mehrere Hersteller, darunter Intel und Micron, verkaufen weiterhin Komponenten an Huawei und das ganz legal, berichtet die New York Times.

Sie deklarieren ihre Produkte nämlich nicht als american-made, also nicht als in (oder von den) USA hergestellt. Produkte, die nämlich außerhalb der USA hergestellt werden, betrachtet das US-Gesetz normalerweise nicht als american-made, womit sie eben nicht unter das Handelsverbot fallen. Nachdem dazu ein Großteil aller Produkte von US-Konzernen zählt, ist der Huawei-Bann für viele damit einfach wirkungslos.

Seit drei Wochen

Huawei hat inzwischen bereits eine kurzfristige Aufhebung des Handelsverbots vom US-Wirtschaftsministerium erwirken können. Dieses läuft allerdings Mitte August ab. Intel, Micron und andere Konzerne scheint dies allerdings nicht zu treffen. Ihre Produkte stammen nämlich strenggenommen nicht aus den USA.

Die US-Hersteller sollen die Gesetzeslücke bereits vor drei Wochen entdeckt haben und den Handel mit Huawei nur kurz gestoppt haben. Mittlerweile ist der Verkauf von US-Chips an Huawei wieder in vollem Gange und Schätzungen zufolge sollen bereits Komponenten im Wert von mehreren Hundert Millionen Dollar gehandelt worden sein.

Huawei selbst wollte die Medienberichte nicht kommentieren. Auch von Intel gibt es hierzu noch keinerlei Statement. Micron CEO Sanjay Mehrotra teilte allerdings mit, dass man die Lieferungen an Huawei vor zwei Wochen wieder aufgenommen habe. Dies könne man tun, weil es das Gesetz erlaube. Details dazu wurden nicht geliefert. Nun ist das Geheimnis raus. Spannend wird, ob und wie die US-Regierung darauf reagieren wird.


via New York Times

Über den Autor

22 Jahre alt, Redakteur bei WindowsArea.de, Windows Insider MVP.

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TylerDurden
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TylerDurden

Hab nichts anderes erwartet. Wo Geld verdient wird, da finden sich Wege…

Peter.
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Peter.

Das ist ja toll, dann kann Huawei ja wieder MateBooks herstellen, ohne Windows 10. Das kann man ja problemlos selber instalieren.

backpflaume
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backpflaume

Hahaha genial