
Des Autofahrers größter Feind ist ohne Zweifel die Radarfalle; also der Apparat, welcher die Autofahrer und folglich auch die übrigen Verkehrsteilnehmer vor ihrem Geschwindigkeitsdrang bewahrt und nebenbei eine ergiebige Einnahmequelle des Fiskus darstellt. Nachdem die ersten Navigationssysteme den Markt erreichten, wurde den festen und mobilen Geschwindigkeitsmessern allerdings der Kampf angesagt. Dabei adressieren die Anbieter möglichst viele verschiedene Typen von Nutzern: Zum einen wird die Warnfunktion bezüglich sogenannter Unfallschwerpunkte nativ in Navigationsgeräte integriert, zum anderen werden Tools entwickelt, die sich ausschließlich auf den Geldbeutel schonenden Dienst beschränken. Auf die rechtlichen Bedenken in diesem Zusammenhang, wird unten eingegangen.
Auch das im Jahr 2004 gegründete Unternehmen Sygic zählt zu den bekannten Vertretern im Markt für mobile Navigationssysteme und hat kürzlich für Windows Phone, iOS und Android eine neue App veröffentlicht: Speedometer by Sygic. Mit der als „perfekte Begleiterin für das Armaturenbrett“ umschriebenen App feiert Sygic außerdem die Premiere auf Microsofts mobiler Plattform; wirbt gar für diesen Umstand selbstbewusst in ihren Pressemeldungen wie auch auf der eigenen Facebookseite. Der Fahrassistent dient, wie der Name gewiss erahnen lässt, primär zwei Zielen: Den Fahrer über seine aktuelle Geschwindigkeit zu informieren und auf Geschwindigkeitsmessgeräte hinzuweisen. Ersteres Feature ist – losgelöst vom letzteren Aspekt betrachtet – tatsächlich obsolet, denn jedes Fahrzeug verfügt über eine Geschwindigkeitsanzeige. Brauchbar wird der digitale Tachometer aber in Verbindung mit der Warnfunktion vor Radarfallen unterschiedlicher Art. Umfasst werden laut App-Beschreibung über 50.000 standortgebundene Geschwindigkeitsmessgeräte, die auch im Offline-Betrieb erkannt werden sollen. Sygic hat der Anwendung des Weiteren eine Live Community Funktion verpasst, so dass Nutzer andere Nutzer auch vor temporären Beeinträchtigungen oder Polizeieinsätzen warnen können.
Rechtliche Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Nutzung von Radarwarnsystemen ergeben sich hierzulande aus § 23 Abs. 1b StVO:
(1b) Wer ein Fahrzeug führt, darf ein technisches Gerät nicht betreiben oder betriebsbereit mitführen, das dafür bestimmt ist, Verkehrsüberwachungsmaßnahmen anzuzeigen oder zu stören. Das gilt insbesondere für Geräte zur Störung oder Anzeige von Geschwindigkeitsmessungen (Radarwarn- oder Laserstörgeräte).
Im Falle eines Verstoßes sieht der amtliche Bußgeldkatalog dafür einen Regelsatz von 75 Euro und vier Punkte in Flensburg vor. Dabei fußt das grundsätzliche Problem, dem sich mit Sicherheit auch Polizeibeamte ausgesetzt sehen, auf dem Wortlaut der Norm. Die „Bestimmung“ ist unstreitig dann gegeben, wenn der Fahrer ein Radarwarngerät nutzt, dessen einzige Funktion das Anzeigen von Geschwindigkeitsmessgeräten ist. Fraglich, und noch nicht höchstrichterlich entschieden, ist die Frage, wie es um Navigationssysteme steht, welche zusätzlich die Radarwarnfunktion anbieten. Hier lässt sich vertreten, der Wortlaut des § 23 StVO beziehe sich auf eine ausschließliche Bestimmung. Ähnlich könnte man die Lage im Fall von Smartphone-Apps behandeln. Auch hier handelt es sich um die zusätzliche Funktion eines Geräts, das darüber hinaus weit mehr Möglichkeiten innehat. Dennoch erfolgt die Nutzung auf eigene Gefahr, dessen sollte sich jeder Fahrer bewusst sein.




Nebenbei bemerkt bekommt der „Fiskus“ keinen Cent von Bußgeldern, sondern diese gehen direkt an die jeweilige Kommune/Gemeinde/Stadt. im allgemeinen Sprachgebrauch wird mit Fiskus die Finanzverwaltung gemeint, auch wenn das von der Wortherkunft nicht korrekt ist.
Die Geschwindigkeitsanzeige ist überhaupt nicht obsolet. Vielleicht nicht so interessant wie der Blitzerwarner, aber trotzdem hat sie ihren Sinn.
Ansichtssache.
Nein „obsolet“ ist keine Ansichtssache, außer wenn man davon ausgeht, dass sie nur den Sinn erfüllt, dieselbe Geschwindigkeit wie der Tacho im Auto anzugeben. Klar, dann kann man sich sagen: „Wieso soll ich aufs Smartphone gucken, wenn ich eine nur dafür gemachte Anzeige direkt vor der Nase habe?“
Ich finde obsolet nur ganz schön abwertend ausgedrückt.
Es gibt schließlich auch Apps die nur die Geschwindigkeiten anzeigen können.
Warum?
1) Tachometer im Auto zeigen die Geschwindigkeit nicht genau an. Wurde weiter unten auch schon weiter ausgeführt. Dient also der Kontrolle, wie schnell das Auto tatsächlich ist.
2) Wieso nur im Auto benutzen? Noch die gefragt wie schnell die Bahn maximal fährt oder in dem Moment, wenn sie in den Bahnhof einfährt. Von der Seifenkiste bis zum Flugzeug, an vielen Stellen interessiert die Geschwindigkeit und man hat nicht immer den Tacho eingebaut vor der Nase.
1) Die Anzeige des Tachos kann, muss aber nicht erheblich nach oben abweichen. Das wurde auch in anderen Kommentaren dargelegt.
2) Die App warnt vor Radarfallen auf dem Straßenverkehr und nicht auf Bahngleisen, das wurde unterstellt.
Du kannst deine Meinung gerne vertreten, das ändert aber nichts an meiner Ansicht. Du kannst den Meinungsstreit jetzt meinetwegen fortführen, ich klinke mich an dieser Stelle aber aus. Denn diese „Ich beharre auf meiner Meinung, komme was wolle“ Diskussionen führen zu nichts. 😉
Neh, die führen nie zu etwas. Du musst dich da auch nicht angegriffen fühlen oder sonst was. Auf so ein unnötiges Geschwafel hab ich auch schlichtweg keinen Bock. Das sollte nur Kritik sein.
Worum es mir geht, ist dass der Entwickler sich dabei sicherlich etwas gedacht hat und Leute die total geil auf speedtestapps sind, können sich damit eine extra App sparen, da diese hier beides vereint, auch wenn nicht daransteht: „Auch für die Bahn geeignet.“ 😉
Damit ist es meiner Meinung nach nicht absolut obsolet (also überflüssig). Du kannst auch gerne weiterhin deine Meinung vertreten, ich bin auch nicht abhängig von Speedtestapps. Nur ich dachte das wäre ein Magazin. Wenn du nur DEINE Meinung verkündest, macht es das alles hier nicht zu einem Blogg? Hätte „Okans Apptest der Woche“ drangestanden oder Erfahrungsbericht, dann ist das so.
Ich will hier nicht zum Korinthenkacker werden. Das können (un-)gerne andere machen, nur manchmal kommt es mir vor, als ob hier die Qualität der Artikel in letzter Zeit sinken würde.
Muss dich ja nicht interessieren, nur wenn Kritik dich nicht interessiert, wen denn dann?
Diese Kommentare haben nichts mit der App, sondern nur mit der Formulierung des Artikels zu tun. Dafür haben wir aber ein Feedback-Forum. Das ist verständlich, oder? Wenn dir „losgelöst vom letzteren Aspekt betrachtet“ nichts sagt, muss das nicht dem Artikel oder seiner Formulierung angelastet werden. Ab hier geht es bitte im Forum weiter, da können wir das doch fortführen…
Klar ist das verständlich, sofern das heißen soll: „Die Geschwindigkeitsanzeige ist ohne den Radarwarner überflüssig.“
Aber sorry wegen Kritik, in erster Hinsicht sollte die auf die Formulierung des Artikels bezogen sein. Manche schreiben wegen jedem lächerlichen Rechtschreibfehler, ich finde an der Stelle mit dem „obsolet“ halt den Wortlaut nicht gut gewählt.
An der App stört mich dann schon eher die Einbindung des Forums, daher brauchen wir das auch nicht dort fortzuführen. Das führt zudem zu nichts, so oder so fehlt die Tonspur und wir würden weiterhin aneinander vorbeischreiben. Deshalb höre ich hier auch auf.
Von meinem Standpunkt aus sollte das nur Kritik an der Formulierung und ein zu erwähnender Zusatznutzen sein, falls du den während des Verfassens nicht in Betracht gezogen hast. Es wirkte zumindest so und ich wollte dich nur darauf aufmerksam machen.
#closed,xx,,offtopic
Viele Tuner nutzen GPS Geschwindigkeitsmessgeräte zur genaueren Geschwindigkeitsermittung; die Kombination mit einem Blitzerwarner macht nur Sinn!
Ich habe die App heute im Betrieb ausprobiert, mit 3 Sternen bewertet und wieder deinstalliert.
Die App hat zwar alle 4 festinstallierten Blitzer auf der Strecke erkannt (2 davon in andere Fahrtrichtung), aber das größte Manko der App ist, dass die nicht im Hintergrund funktioniert. D.h. man kann nicht mit Navi fahren und die App im Hintergrund laufen lassen. Das macht die App für mich schon unbrauchbar.
Was mir sonst nicht gefallen hat, ist dass die App die Blitzer nicht nach Fahrtrichtung unterscheidet und der Warnton ist ganz schön nervig.
Fazit: nicht Wert um auf dem Handy zu bleiben. Blitzer.de ist deutlich besser.
Auf meinem Arbeitsweg hat die app alle fest stehenden Blitzer sehr genau angezeigt. Nur 1 Blitzer von 5, wurde statt mit „Speed Camera“, mit „Police controlle“ angezeigt.
Also bisher nichts zu beanstanden.
Kanns in der Schweiz mit L925 nicht installieren
Stell das Land einfach auf Deutschland um
Upps! Prämiere?? Was ist denn das?! Ist wohl versehentlich ein ä reingerutscht
Ist nicht schlecht, nutze aber lieber Blitzer.de App 🙂
Ist die Community von blitzer.de nicht größer. Und die blitzer.de app ist auf deutsch und sprachausgabe.
Ja ist größer und deutsch
Interessanter wäre sowas aber als POI direkt in Here Drive, so wie das Navigon ja auch kann. Gerne auch gegen ein paar Euro extra.
Gegen Tempolimits in Wohngebieten oder Schulen ist nichts einzuwenden und das gehört auch kontrolliert. Nur oft stehen die Starenkästen eben nicht an Unfallschwerpunkten, sondern schön versteckt und getarnt an der wirtschaftlich ergiebigsten Stelle. Wäre Sicherheit der wirkliche Grund, dann würde man es handhaben wie in Norwegen und mit großen Warntafeln auf den Blitzer hinweisen, um den Raser zum langsamfahren zu animieren. So sieht’s nämlich aus. 😉
Finde ich leider gut. Leider, weil Blitzer häufig nicht an Gefahrenpunkten aufgestellt werden, wo sie aber sinnvoll wären, sondern dort, wo man die Autofahrer abzocken kann und kein Risiko besteht (Ortsausfahrten etc.). Gegen sinnvolle Geschwindigkeitskontrollen habe ich nichts (an Schulen, kindergärten, Wohngebieten etc. – die würde ich in so einer App auch nicht melden), aber gegen Abzockeblitzer.
Optisch ansprechender als die Konkurrenz. Unterstützung der deutschen Sprache wäre wünschenswert. Bleibt abzuwarten wie sich speedometer durchsetzt. Denn das Warnsystem funktioniert nur bei ausreichenden aktiven Nutzern sinnvol.
bisschen unpraktisch ist, dass die Anzeige nur im Hoch- und nicht im Querformat ist
So ein Schwachsinn! Wenn mich meine Geschwindigkeit interessiert guck ich auf den Tacho vor mir.
Der zeigt dir aber weniger an als du wirklich fährst..
Meiner zeigt mehr an, so wie die meisten Tachos. 😉
Richtig, meiner auch
Was ja auch logisch ist, denn die Toleranz liegt bei 7% nach oben, d.h. der Tacho wird nie zuwenig, aber stets zuviel anzeigen und mit zunehmender Geschwindigkeit wird die Abweichung nach oben immer größer. Daher meinen Viele ja auch, dass ihr Auto sogar fast 180km/h fahren kann, obwohl die Zulassung lediglich 165km/h ausweist. 😉
welche autos fahren denn keine 180km/h?
Eben, aber auch real? 😉
Ich hätte aber auch 200 zu 185 km/h nehmen können.
Ziemlich viele Kleinwagen und dann kommen ja jetzt noch die ganzen Elektrokarren dazu. 😉
Hi zusammen!
Bitte beachten: Ein Tacho darf ums Verrecken niemals weniger anzeigen als die tatsächlich gefahrene Geschwindigkeit. Abweichungen nach oben sind indes erlaubt, und zwar bis zu 10% der gefahrenen Geschwindigkeit plus 4 km/h extra.
Beispiel: 50 km/h (echte Geschwindigkeit):
Die Anzeige darf nun zwischen 50 km/h und 59 km/h (10% von 50 km/h plus 4 km/h) liegen.
Nachzulesen hier: http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=CELEX:31975L0443:DE:HTML (Richtlinie 75/443/EWG des Rates vom 26. Juni 1975 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über den Rückwärtsgang und das Geschwindigkeitsmeßgerät in Kraftfahrzeugen)
Viel Spaß mit dem Amtsdeutsch 🙂 und gute Fahrt,
Hekto Pascal.
Das ist Quatsch, normalerweise zeigt der Tacho mehr an.
Eigentlich zeigt er mehr an.
Jedenfalls bei mir, wenn da 50 steht fahr ich so 45 KM/h
Da kann man ruhig auch mal mit 55 am Blitzer vorbei fahren ohne geblitzt zu werden.
Messtoleranzen gibts ja auch noch.
Aber ich selbst nutze solche Apps eigentlich nicht, ist mir viel zu umständlich.
Entweder man hält sich an die Geschwindigkeitsangaben und wird nicht geblitzt und wenn man sich nicht dran hält, naja ok.
Bis 21 KM/h glaube sind es nur 30€ und keine Punkte, das lässt sich auch noch verkraften.
Wenn das bei dir so ist solltest du prüfen ob du die richtige Rad/Reifengröße montiert hast.
Zu großer Rad Umfang = zu langsamer Tacho.
Das gilt wohl nur für Fahrradtachos, die an die Speichen montiert werden 😀
Nein, eben nicht! Taxifahrer ziehen sich gerne kleinere Reifen auf damit der Tacho mehr Kilometer anzeigt und sie mehr Geld kassieren. Ergo: Die angezeigte Geschwindigkeit erhöht sich!
Lol, dann erklär mir bitte wie es deiner Meinung nach beim Auto funktioniert ☺
DREHZAHL ist der Zusammenhang. Aber da sie dann variiert, stimmt das schon.
Es ist beim Straßenfahrzeug IMMER der Radumfang der als Grundlage zur Messung der Geschwindigkeit/Entfernung benötigt wird. Gps wäre auch möglich wenn es keine Tunnel, Unterführungen, Parkhäuser gäbe☺
Ja, natürlich. Bezog sich ebenfalls auf den Kommentar deines Vorredners. DREHZAHL ist die Messgröße. Beim Fahrrad wie beim Auto. Durchmesser oder daraus folgend der Umfang sind eingespeichert und daher folgt das falsche Ergebnis bei ausgetauschten Reifen.
Der Tacho zeigt im Regelfall eine höhere Geschwindigkeit an, als man tatsächlich fährt. Das liegt daran, dass sich die Hersteller der Fahrzeuge so gegen Ansprüche von Fahrern absichern, die geblitzt worden sind. Das Argument „Mein Tacho hat aber weniger gezeigt“ zieht dann nicht mehr.