Hardware

HP Pavilion x2 12 Test: Schönes Convertible mit Gleichgewichtsproblemen

HP Pavilion x2 12 Test Display Front

Als HP mit dem Spectre x2 und Elite x2 auf das Surface-Konzept umgestiegen war, also Convertibles mit Kickstand und abnehmbarer Tastatur, hatte man bereits das Pavilion x2 10 auf dem Markt. In der ersten Generation von 2014 hatte man bei diesem Gerät auf ein faltbares Cover gesetzt und 2015  hat man dieses Konzept weiterentwickelt zu einem richtigen 2-in-1 Notebook. Das Pavilion x2 12 ist nun dessen größere Variante und natürlich gibt es daneben auch verbesserte Spezifikationen. Man kommt damit auf einen Preis, der sich knapp unter dem Surface Pro 4 einordnet und hat mit dem Pavilion x2 12 ein Convertible, das sich zwischen Surface und Notebook platzieren will. Wie gut das gelungen ist, haben wir in unserem Test festzustellen versucht.

Design & Verarbeitung

HP hat sich in den letzten Jahren bei seinen Geräten zunehmend um ein besseres Design bemüht und vor allem im Preisbereich rund um die 1000 Euro, sprich dem High-End-Segment, ist dies auch sehr gut gelungen. Das Pavilion x2 12 ist merkbar mit einem Auge für Details entwickelt worden, dessen Formfaktor das Unternehmen zu einigen Kompromissen gezwungen hat. Von vorne sieht das Tablet aus, wie ein zu groß geratenes HTC One (M8) und es wirkt tatsächlich so, als entstamme es HTCs Designschmiede. Seitlich befindet sich das Lautsprechergitter, darin ein schwarzer verglaster Displayrand und darin das Display. Unten ist ein HP-Logo zu sehen, gegenüber die Frontkamera und rechts unter dem Lautsprecher befindet sich das Bang & Olufsen-Logo.

HP Pavilion x2 12 Test Buttons Verarbeitung

Die gesamte Tablet-Einheit besteht ansonsten lediglich aus Aluminium, welches dem Gerät eine sehr hochwertige Haptik verleiht. Typisch für HPs Designsprache ist auch, dass das Gerät nach oben hin dünner wird und daher mussten sämtliche Anschlüsse im unteren drittel der Seiten angebracht werden. Wenig Platz bleibt daher auch für die Knöpfe, wo wir beim ersten Kompromiss dieses Designs wären. Der Ein-/Aus-Button befindet sich nämlich oben links und da der obere Rand keine 2 Millimeter dünn ist, musste der Knopf auch entsprechen klein in der Breite sein. Aus diesem Grund ist dieser einerseits nicht so gut zu erreichen und andererseits beim Drücken nicht unbedingt gemütlich. Dasselbe gilt für die Lautsprecher, welche sich oben links befinden.

Die Tastatur dagegen besteht nicht aus Aluminium und da wäre auch schon das zweite Manko. Das Problem ist hierbei nicht das Material selbst, welches durchaus hochwertig wirkt und auch den Vorteil hat, dass es nicht so schnell kalt wird auf der Handablage, sondern dessen Gewicht. In der Tablet-Einheit befindet sich sämtliche Hardware und daher ist diese natürlich wesentlich schwerer. Die Tastatur ist aus Polykarbonat, besitzt auch keinen Akku, den man strategisch klug positionieren hätte können und ist somit wesentlich leichter. Nutzt man den Neigungswinkel komplett aus, steht das Gerät schon nicht mehr 100 prozentig stabil. Die Bedienung mit dem Touchscreen ist zwar auch dann noch kein Problem, solange es auf einer ebenen Oberfläche liegt. Hat man das Gerät auf dem Schoß, der natürlich eine leichte Neigung nach unten hat, muss man die Tastatur beim Tippen auf dem Touchscreen bereits festhalten. Es tippt zwar nicht wirklich um, kommt dem aber bedrohlich nahe.

HP Pavilion x2 12 Test kippen

Im Alltag fällt das eigentlich nicht weiter störend auf, denn, wenn man mit dem Gerät arbeitet, benutzt man ohnehin die Tastatur und hält diese damit fest. Man sollte es beispielsweise nicht auf der Sofakante ablegen und sich daneben hinsetzen, denn kippt das Display nach hinten, fliegt auch das Pavilion x2 12 mit. Das ist mir unzählige Male passiert, die es aber schadlos überstanden hat.

Tastatur

HP Pavilion x2 12 Test Tastatur Touchpad

Kauft man sich dieses Gerät, dann sucht man vermutlich einen mobilen Begleiter mit guter Akkulaufzeit, ausreichend Leistung und einer guten Tastatur. Im Gegensatz zum Surface handelt es sich bei der Tastatur nicht um ein Cover, sondern praktisch um eine dünne Notebook-Tastatur. Das Keyboard ist in eine harte Schale gefasst und damit zumindest am Schoß einfach gemütlicher als ein Surface-Tablet oder andere Detachables dieser Art. Man kann damit wie mit einem Notebook arbeiten und darin dürfte auch dessen größter Vorteil bestehen.

Was die Tastatur selbst betrifft, so ist diese zwar durchaus qualitativ verbaut und bietet zwar einen geringen Tastenhub, dafür aber einen ganz guten Anschlag. Für längeres Arbeiten und langes Tippen ist die Tastatur des Pavilion x2 12 daher problemlos geeignet.

Display

HP Pavilion x2 12 Test Display Seite Front

HP verbaut in das Pavilion x2 12 ein 12-Zoll FullHD IPS-Display mit einem Seitenverhältnis von 8:5. Daher ist das Gerät etwas höher und weiger breit als ein 16:9 Display. Das IPS-Display bietet eine sehr gute Blickwinkelstabilität bis in sehr spitze Winkel und eine gute Farbreproduktion. Die Schwarzwerte und Kontraste sind ebenfalls gut, aber nicht überragend.

Dasselbe gilt für die Helligkeit: Die Beleuchtung des Displays reicht zwar problemlos aus, um am späteren Nachmittag draußen zu arbeiten, das Gerät kann aber im direkten Sonnenlicht kaum benutzt werden. Dafür ist die Spiegelung der Displayverglasung zu stark, was aber die meisten Convertibles mit dem Pavilion x2 12 gemein haben.

Audio

HP Pavilion x2 12 Test Audio Bang & Olufsen Seite

Während es erfreulich ist, dass HP erneut die Lautsprecher an der Front verbaut und auch die Audiogeräte von Bang & Olufsen absegnen lässt, hat diese Partnerschaft im Falle des HP Pavilion x2 12 für den Nutzer eigentlich keinen Mehrwert.

Jeder Lautsprecher, der den Nutzer beschallt, ist besser als ein Lautsprecher an der Rückseite, aber bei HP scheint man an dieser Stelle, die Entwicklung beendet zu haben. Die Qualität des verbauten Lautsprechers ist zwar gut, bei der maximalen Lautstärke ist dies aber keine wirkliche Kunst. Die Lautstärke ist geringfügig lauter als bei einem Mid-Range Smartphone, lediglich bei der Qualität kann man dieses abhängen. Jeder, der ein Smartphone je mit Lautsprecher genutzt hat, weiß, in welchen Situationen das problematisch ist. Ist ein Video beispielsweise sehr leise aufgenommen, wie zuletzt beim Video von Microsoft Research, muss man schon etwas genauer hinhören, um das Gesagte zu verstehen. In etwas lauterer Umgebung, beispielsweise, wenn daneben der Fernseher läuft, ist das am Pavilion x2 12 nicht möglich.

Performance

Der Intel Core m3-Prozessor konnte in unserem Test von der gebotenen Leistung durchaus überzeugen und für den etwas anspruchsvolleren Alltagsgebrauch ist es sehr ausreichend. Surfen im Internet funktioniert auch mit zahllosen geöffneten Tabs ohne Probleme und das Gerät weist dabei keinerlei Schwierigkeiten auf. Dabei hält sich auch die Hitzeentwicklung in Grenzen und im Normalbetrieb bleibt die Rückseite sehr kühl. Erst bei aufwendigeren Anwendungen wird das HP Pavilion x2 an der rechten Unterseite der Rückseite etwas handwarm, beispielsweise bei leichter Bildbearbeitung.

HP Pavilion x2 12 Test Rückseite

Einzig beim Aufladen wurde das Gerät etwas wärmer, jedoch nicht keineswegs unangenehm oder gar besorgniserregend. Insgesamt war die Performance des Core m3-Prozessors ideal für den Preisbereich sowie die Gerätekategorie, denn im Grunde kann man damit alles machen, was man von dem Convertible erwartet und darauf GTA V auf höchsten Einstellungen zu spielen gehört nur illusorisch dazu. Als Nutzer kann man sehr zufrieden sein mit der gebotenen Leistung des HP Pavilion x2.

Akkulaufzeit

Ein sehr großer Kritikpunkt des Pavilion x2 war bei einigen Nutzern die Akkulaufzeit, denn viele beschwerten sich, dass diese nicht besonders lang sei. Viele fürchten, dass durch die höhere Effizienz der Core m-Prozessoren die Hersteller geneigt sind, kleinere Akkus zu verbauen und das ist tatsächlich auch passiert. Die Geräte werden dadurch dünner und leichter, jedoch wirkt sich dies natürlich nicht positiv auf die Laufzeit aus.

Es gilt einen richtigen Kompromiss zu finden zwischen Gewicht, also Mobilität, und einer guten Akkulaufzeit und HP ist das bis zu einem gewissen Maß durchaus gut gelungen. Bei höchster Helligkeiten kamen wir auf eine Laufzeit von durchschnittlich etwa 5 Stunden bei Nutzung von Google Chrome mit in der Regel über 10 geöffneten Browsertabs, was schon ein überaus solider Wert ist. Die höchste Helligkeitsstufe ist im Innenraum keineswegs notwendig und 40 Prozent reichen problemlos aus, garantieren zudem eine noch etwas längere Laufzeit. So kommt man durchaus auf sieben bis maximal 8 Stunden.

Das Aufladen dauert etwas über 2 Stunden und geschieht via USB Typ-C Port, der daneben auch noch als Anschluss externe Geräte dienen kann. Zudem muss erwähnt werden, dass das HP Pavilion x2 12 eine wirklich solide Stand-By Zeit aufweist und zugeklappt auch über längere Zeit kaum an Akku verbraucht.

Fazit

HP Pavilion x2 12 Test HP Logo

Das Pavilion x2 12 ist ein schönes Convertible mit brauchbarerer Hardware, einer guten Akkulaufzeit und einer guten Verarbeitung aus hochwertigem Aluminium, wenn man von der Tastatur absieht. Es unterscheidet sich im Ansatz von den Surface-Klonen, weil HP bewusst auf den Kickstand und die dünne Tastatur verzichtet und stattdessen ein „Detachable-Notebook“ baut. Es definiert sich dadurch, dass es keinen Kickstand benötigt und entsprechend weniger Platz am Schoß, und hat eine Tastatur mit fester Handablage und kein dünnes Cover. Es ist eine Mischung aus abnehmbarem Display und Notebook, fast vergleichbar mit dem Surface Book.

Die Vorteile dieses Ansatzes sind nach kurzer Zeit offensichtlich, aber auch die Nachteile: Das Scharnier erlaubt nur einen begrenzten Neigungswinkel und es kippt bei kleinen Gefällen am Sofa, Bett oder Schoß gerne nach hinten um.

Wer ein 12-Zoll Convertible will mit guter Leistung und ohne Kickstand, kommt um das Pavilion x2 12 nicht herum und genau deswegen hätte man es noch um eine Spur besser machen können. Ein kleiner Akku in der Tastatur hätte genügt, um die Gewichtsverteilung zu verbessern, eine Tastatureinheit aus Aluminium ebenfalls und hätte auch für eine hochwertigere Haptik gesorgt.

Das Pavilion x2 12 ist am Ende des Tages ein gutes, ein wirklich tolles Gerät für den Alltag. Mich stört dabei einzig und allein die Tatsache, dass ich täglich darin sehe, wie wenig noch gefehlt hat, um daraus ein großartiges Gerät zu machen. Es ist einfach umso ärgerlicher, dass man das Ziel so unglaublich knapp verfehlt hat.

"Entdeckung besteht darin, den gleichen Gegenstand wie alle anderen zu betrachten, sich aber etwas anderes dabei zu denken."

8 Kommentare

  1. Das Tablet ist wirklich klasse. Bin sehr zufrieden damit. Einziges Manko für mich: Aus dem Stand by braucht es um die 5 Sekunden. Habt ihr das Problem auch?

    Ansonsten ist das Leistungsspektrum super. Civ V läuft flüssig 🙂

      1. Damit bist du jetzt zur absoluten #1 hier geworden. Mehr Katzenbilder auf Warea in Zukunft von der kleinen „Katztana“!

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