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HP Spectre x360 Hands-On: Ist das der MacBook Pro-Killer?

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Das HP Spectre x360 war das beliebteste Premium-Notebook des US-amerikanischen Herstellers und seinen guten Ruf haben die Vorgänger absolut verdient. Interessanterweise wurde die erste Generation des HP Spectre x360 in Kollaboration mit Microsoft gestaltet, also haben die Redmonder auch hier zumindest beim Design etwas zum Erfolg beigetragen. Die Erwartungshaltung an das neue Modell sind entsprechend hoch und wir haben uns die 2016er-Variante daher für euch angesehen.

HP Spectre x360 Hands-On Video

Design

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Mit der dritten Generation des HP Spectre x360 wurde erstmals das Design etwas stärker verändert als bisher, jedoch sind die markanten Designelemente dem Notebook natürlich erhalten geblieben. Die abgerundete Rückseite, welche dezent an das alte Lumia-Design erinnert, die glänzenden, flachen Seiten, an denen die Oberfläche der Umgebung gespiegelt wird sowie das nach unten hin dünner werdende Gehäuse aus hochwertigem CNC-Aluminium.

Die radikale Veränderung betrifft einerseits vor allem die Größe des 13-Zoll Notebooks. Anfang 2015 hat Dell mit dem wundervollen XPS 13 vorgelegt und gezeigt, wie randlose Displays bei Notebooks zu definieren sind. HP zieht erst Ende 2016 nach und hat beim Spectre x360 einen ähnlich geringen Rand rund um das Display geschaffen, lediglich oben ist es ein wenig höher, da sich dort auch die Kamera befindet. Somit ist das Gerät etwa genauso groß wie ein 11,6-Zoll Notebook und passt auch in entsprechend kompaktere Taschen. Es ist, soweit ich es beurteilen kann, damit das kleinste 13-Zoll Convertible der Welt, wenn man schon unbedingt auf Rekorde steht.

Das Design ist großartig, wenn es auch etwas dezent ist. Es gibt diesmal (noch) keine goldene Variante, sondern es ist in sein mittlerweile traditionelles silberfarbenes Gehäuse gehüllt. Im Gegensatz zum Vorgänger ist auf der Rückseite nicht mehr stolz der Firmenname Hewlett-Packard zu lesen, sondern das schöne, stilisierte HP-Logo abgebildet. Der Vorgänger war designtechnisch nochmals etwas dezenter auf der Rückseite, aber niemand kann es HP wirklich verübeln, dass man auf ein so schönes und erfolgreiches Produkt nicht auch sichtbar das eigene Logo platziert hat. Es ist ein schönes Produkt, mit dem man sich durchaus öffentlich sehen lassen kann.

Verarbeitung

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Ähnliches kann man von der Verarbeitung des HP Spectre x360 sagen. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern hat es beim Scharnier kleine Zahnräder verbaut, die für den 360-Grad Mechanismus sorgen. Bei den früheren Generationen war das Scharnier ein Konstrukt aus zwei Stäben, welche je nach Neigungswinkel das Display stabilisierten. Problematisch wurde es aber nach einer gewissen Zeit, weil das Scharnier nur mit je einer Schraube an das Gehäuse fixiert war und schnell wackelig wurde. Außerdem kommt es nach mehreren Monaten des Gebrauchs dazu, dass das Öffnen der Notebooks bis zu einem gewissen Winkel sehr leichtgängig war, später aber schwerer wurde. Das Scharnier schien sich je nach Gebrauch ab zu nutzen.

Es war ein innovativer Ansatz, der leider scheiterte. Leider aus Sicht der Besitzer der älteren Notebooks, aber umso erfreulicher für die Käufer des neuesten HP Spectre x360. HP hat nämlich aus den eigenen Fehlern gelernt und nun kleine Zahnrädchen ins Scharnier verbaut, womit einerseits das Aufklappen des Notebook super-geschmeidig von der Hand geht, andererseits sollten solche Probleme damit Geschichte sein.

Das übrige Gehäuse ist – wie bei seinen Vorgängern – absolut hochwertig verarbeitet und es gibt nicht wirklich etwas an der Verarbeitung auszusetzen. Seine einzige Schwäche könnte tatsächlich die geringe Tiefe sein, wie wir es bereits vom HP Spectre 13 erlebt haben. Man hat das Gefühl, man könnte das Notebook biegen und beim Aufheben an einer der unteren Ecken der Handablage hört es sich tatsächlich so an. Ich denke zwar nicht, dass ich es mit bloßen Händen verbiegen oder brechen könnte, wirkt das Spectre x360 prinzipiell sehr robust, aber das leise Knarzen hat doch etwas verunsichert. Das kann aber auch an der Prototyp-Hardware liegen, muss also gar nichts heißen.

Tastatur & Touchpad

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Die Tastatur ist eine Komponente, auf die HP grundsätzlich sehr großen Wert legt und in den meisten Fällen auch sehr gut hinbekommt. Man will keinesfalls auf taktiles Feedback verzichten, jeder Millimeter an Tastenhub zählt und der Anschlag ist vergleichsweise hart. Das Feedback beim Schreiben ist meiner Meinung nach besser als bei Lenovos Yoga-Geräten, aber schlechter als beim alten MacBook Pro (2012) oder dem Surface Book. Zwischen der Tastatur des Spectre x360 und dem Butteryfly-Keyboard des MacBook sind Welten dazwischen und vor allem, wer viel schreibt, der wird das Extra an Feedback schnell zu schätzen lernen.

Wenn es um das Touchpad geht, dann macht HP auch hier richtig, was man richtig machen kann. Man gibt dem wohl wichtigsten Eingabegerät eines Notebooks sehr viel Platz und das ist schon die halbe Miete. Die Präzision und Gestenunterstützung kommt danach. In den letzteren beiden Kategorien schneiden zwar MacBook Pro und Surface Book besser ab, jedoch nicht wesentlich. Für die alltägliche Nutzung ist das verbaute Trackpad völlig ausreichend und dank der neuen Gesten in Windows 10, wird der Umstieg von macOS zu Windows sogar etwas vereinfacht.

Display

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HP verbaut weiterhin ein FullHD-Panel in die Einstiegsvariante des HP Spectre x360, welche wir auch ausprobieren durften. Die Auflösung ist für ein 13-Zoll Notebook absolut zeitgemäß und ausreichend, vor allem, wenn man ohnehin nur einfachere Arbeiten erledigt. Im Vergleich zum Vorgänger ist das Display wesentlich heller und die Farben sind strahlender. Es ist durchschnittlich für ein High-End Notebook, kann also nicht mit den hervorragenden Panels von MacBook oder Surface Book mithalten. Die QHD-Variante ist vermutlich besser, jedoch konnten wir auf diese bislang noch kein Auge werfen.

Was die Blickwinkelstabilität betrifft, so ist es dank verwendeter IPS-Technologie natürlich hervorragend. Selbst aus spitzem Winkel sind Inhalte und Farben noch originalgetreu erkennbar.Da es sich um ein Touch-Display handelt, ist die Oberfläche natürlich aus Glas und daher auch spiegelnd. Dennoch sollte das im Außeneinsatz kein Problem sein, denn das Display des Spectre x360 ist außerordentlich hell.

Stiftunterstützung

HP bewirbt allerdings ein Feature des verbauten Touch-Displays nicht und zwar bietet es Unterstützung für Stifteingabe. Verbaut ist nämlich ein Synaptics-Digitizer, den beispielsweise auch Dell verbaut. Damit kann das Notebook mit dem Active Stylus von Dell oder HP verwendet werden. Zwar sind es „nur“ 256 Druckpunkte, aber für den Normalverbraucher, der gelegentlich in OneNote und Windows Ink kritzeln will, reicht das problemlos aus. Das Surface Pro 3 unterstützte schließlich auch nicht mehr Druckpunkte.

Audio

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Während auch die Vorgänger des HP Spectre x360 das Bang & Olufsen-Logo ziert und großartigen Sound verspricht, war absolut das Gegenteil der Fall. Die Lautsprecher waren nicht nur qualitativ miserabel für das preisliche Niveau, sondern auch an der Unterseite des Geräts.

Beim neuesten Spectre x360 verlässt man sich glücklicherweise nicht darauf, dass der Schriftzug des Premium-Audioherstellers das Notebook an Musik-Fans verkaufen wird. Diesmal ist der Lautsprecher über der Tastatur, er ist außerordentlich laut und sehr, sehr klar. Der Sound ist wirklich beeindruckend für ein so kleines Notebook.

Vorläufiges Fazit

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Als Konkurrent des neuen MacBook Pro hat das HP Spectre x360 ein leichtes Spiel. Es besitzt einen USB Typ-A Anschluss zusätzlich zu den zwei USB Typ-C Ports, ebenfalls keinen SD-Kartenslot, eine FullHD-Kamera, ein komplettes Touch-Display mit Stiftunterstützung statt einer ein Zentimeter breiten Touch-Leiste sowie eine großartige Tastatur. Außerdem kostet es 350 Euro weniger in der günstigsten Konfiguration, kommt aber dennoch mit einem aktuelleren Intel Core i5 Kaby Lake-Prozessor daher, derselben Menge an Arbeitsspeicher und SSD-Kapazität, sprich 8 und 256 Gigabyte.

Wer sich für die teuerste Variante des HP Spectre x360 entscheidet, zahlt nur 50 Euro mehr im Vergleich zum Einstiegsmodell des neuen MacBook Pro. Dafür bekommt man einen Core i7-Prozessor, 1 Terabyte SSD-Speicher, 16 Gigabyte Arbeitsspeicher, ein QHD-Display, eine Windows Hello-Kamera sowie die oben genannten Vorzüge. Es hat also durchaus Sinn, sich das Spectre x360 einmal anzuschauen, wenn man gerade ein High-End Notebook sucht.

Während das Display nicht ebenso großartig ist, wie bei anderen Herstellern von teureren Notebooks, kann es sich in seinem Preisbereich locker mit dem Dell XPS 13 oder dem Lenovo Yoga 900 messen. Letztere beide Notebooks hängt das Spectre x360 aber durch die wesentlich bessere Tastatur und das Touchpad ab, die Stiftunterstützung sowie die großartige Verarbeitung.

HP hat meiner Meinung nach einen sehr guten Kompromiss gefunden aus guten Komponenten, dem Preis und der Größe bzw. Mobilität des Geräts. Sollte es im Test keine größeren Schwierigkeiten geben, dann kann man – ohne sich zu weit aus dem Fenster zu lehnen – vom aktuell besten Notebook der Welt sprechen.

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