HP EliteBook x360: Hands-On mit dem dünnsten Business-Convertible der Welt

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Das HP Spectre x360 ist ein phänomenales Notebook. Nur wenig fehlt in der aktuellsten Generation zur Perfektion. Das 13-Zoll Ultrabook mit 360-Grad Scharnier und Touchscreen ist so klein wie ein 11-Zoller, bietet eine lange Akkulaufzeit, eine sehr hochwertige Verarbeitung, gute Tastatur und ausreichend Performance für den Alltag und sogar etwas mehr. Es kann mehr als das neue MacBook Pro und ist günstiger.

Da Apple mit dem „Pro“ im Namen und der eigenen Historie häufig mit Kunden aus dem Umfeld der kreativen Professionals verbunden wird, war diese Zielgruppe mit dem neuesten Modell nicht wirklich zufrieden. Dell, Microsoft und HP bedienen diese anscheinend besser und haben sich so auch die Marktführung im Notebook-Bereich bei Geräten über 1000 Euro zurückgeholt, ein wichtiger Meilenstein für Windows 10.

Um nochmals auf das Spectre x360 zurückzukommen: Im Gegensatz zum MacBook Pro will es gar kein Gerät für Professionals sein, sondern eben ein Consumer-Notebook, mit dem sich dank seiner Performance, der Stifteingabe sowie der guten Tastatur auch gewisse einfachere Arbeiten erledigen lassen. Die „Pro“-Geräte von HP tragen nämlich das „Elite“ im Namen und das EliteBook x360 ist die „Pro“-Variante des hervorragenden Spectre x360. In einem Hands-On haben wir uns einen ersten Eindruck von dem Gerät gemacht.

HP EliteBook x360 Video

HP EliteBook x360 – Verarbeitung und Design

Das dünnste Business-Convertible ist 14,9 Millimeter dick und damit ist es zumindest unter den gewöhnlich sehr schlanken Ultrabooks – sagen wir mal – etwas stärker. Das liegt daran, dass es bis hin zur Front, wo sich das Touchpad befindet, nicht wirklich dünner wird. Die meisten aktuellen Notebooks werden nach vorne hin dünner, da dort ohnehin keine Anschlüsse verbaut sind und die Hardware im hinteren Drittel Platz findet. Beim HP EliteBook x360 hat der Hersteller aber links vorne einen SmartCard-Reader verbaut, sodass es etwas dicker wirkt.

Das Design ist selbstverständlich an das HP Spectre x360 angelehnt, allerdings wirkt das EliteBook x360 erwachsener. Die Kanten bei der Rückseite sind abgeflacht und nicht rund, das EliteBook ist kantiger und macht einen „militärischeren“ Eindruck als das verspielte Spectre x360. Beide Designs sind wundervoll, aber mir persönlich sagt das EliteBook x360 äußerlich einfach mehr zu. Einzig die Sache, dass es merkbar dicker ist, weil es eben nach vorne hin nicht flacher wird, spricht für das Spectre x360.

Es ist allerdings nicht nur das kantigere Design, welches zumindest meiner Meinung nach für das EliteBook x360 spricht. Der Power-Knopf zum Einschalten des Geräts liegt auch seitlich, was ich grundsätzlich für eine fragwürdige Entscheidung halte, doch beim Business-Gerät ist der Knopf größer und bietet ein wesentlich besseres Feedback. Die Lautstärkewippen sind beim Notebook ebenfalls vorhanden und auch etwas besser verarbeitet als beim Spectre x360. Ansonsten schenken sich die beiden Geräte in Sachen Verarbeitungsqualität nichts. Sowohl das Business-Convertible als auch sein Consumer-Pendant sind außerordentlich hochwertig gebaute Notebooks.

Tastatur & Touchpad

In Sachen Eingabegeräte hat HP in den letzten Jahren einige sehr gute Entscheidungen getroffen und sich glücklicherweise nicht vom Trend leiten lassen. Man hat nicht überhört, dass Business-Kunden weiterhin hohen Wert legen auf gute Tastaturen und diese kann man beim EliteBook x360 zweifellos bieten. Die Tastatur bietet ein etwas härteres Feedback als beim Spectre x360, ist daher noch etwas besser zum Tippen. Die Tasten sind geräumig und reagieren auch dann gut, wenn man diese nicht perfekt und zentral trifft. Ein Business-Keyboard, wie es auch häufig gewünscht wird.

Das Touchpad ist im Vergleich etwas klein, allerdings ausreichend für den täglichen Bedarf. Es reagiert schnell und zuverlässig. Windows-Gesten können problemlos durchgeführt werden, auch, weil Microsofts Präzisionstouchpad-Treiber zum Einsatz kommt.

Vorläufiges Fazit

Das HP EliteBook x360 in mancher Hinsicht ein verbessertes Spectre x360. Einige kleine Designfehler wurden korrigiert, die Tastatur etwas verbessert und der MicroSD-Kartenslot hinzugefügt. Das sind wirklich die einzigen Dinge, die man beim Spectre x360 bemängeln kann und diese wurden korrigiert. Ist es also das perfekte Ultrabook?

Für den Business-Anwender, der in der Arbeit tatsächlich einen SmartCard-Reader braucht, für den ist das EliteBook x360 definitiv das beste Business-Ultrabook, welches Geld kaufen kann. Es ist ein schönes, hochwertiges Gerät, mit dem man sich auch vor Kunden und Geschäftspartnern blicken lassen kann.

HPs eigens definierte Zielgruppe beim EliteBook x360 sind allerdings nicht primär die bisherigen Unternehmenskunden, sondern erfolgreiche Millennials bzw. die Generation Y, also zwischen Ende der 1980-er und bis Anfang 2000 geborene junge Menschen, die nun langsam ins Arbeitsleben einsteigen. Laut HP bringt diese Generation ganz neue Anforderungen an das Arbeitsleben mit, darunter eine höhere Mobilität, Home Office und, dass die Geräte, die sie verwenden nicht nur ihren Zweck erfüllen, sondern auch ein Premium-Image und ein hochwertiges Design transportieren. Doch wie viele junge Unternehmen, die genau auf die zuvor genannten Faktoren wertlegen, nutzen zur Authentifizierung einen Smart Card-Reader und nicht ein Wearable, biometrische Scanner oder irgendeine andere wesentlich modernere und sicherere Art für den Login?

Aus meiner Sicht macht dieser Einschub für eine antiquierte Art zur Authentifizierung bei der oben genannten Zielgruppe keinen Sinn und das Gerät nur unnötig teurer und dicker als es hätte sein können. Das Problem ist hierbei allerdings nicht das EliteBook x360 selbst, welches ein hervorragendes Gerät ist für das, was es ist. HP verbaut das, was die Business-Kunden fordern und dazu gehört wohl auch ein Smart Card-Reader. Das einzige Problem des EliteBook x360 ist, dass es die einzige Wahl ist, wenn man das HP Spectre x360 mit einem MicroSD-Kartenslot will.

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