i12 TWS Test: Wie gut ist der günstige AirPod-Klon aus China?

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Der chinesische Hersteller TWS verspricht mit seinen „i12 TWS Binaural Call Bluetooth Earbuds“ ein magisches, müheloses Erlebnis, welches für immer verändern wird, wie ihr Kopfhörer verwendet. Das Produkt kopiert nicht nur offensichtlich das Design der Apple EarPods, sondern auch die Marketing-Sprache. Zumindest so gut es geht mit Englisch als Zweitsprache.

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Aber die i12 TWS sind ein Produkt, welches etwa 10 Mal weniger kostet als die aktuellen AirPods von Apple. Genaugenommen können sie auf der chinesischen Seite Gearbest für läppische 16 Euro erworben werden. Aus Neugier haben wir ein Paar bestellt und uns davon einen Eindruck gemacht. Die Kopfhörer waren binnen einer Woche da und passierten den Zoll gänzlich ohne Probleme. Offenbar will man sich dort nicht mit der Frage auseinandersetzen, ob hier Produktpiraterie vorliegt. Nachdem kein Apple-Logo drauf ist, können sie wohl passieren.

i12 TWS Test: Design und Verarbeitung

Fangen wir am besten mit dem Design an. Wer die Apple AirPods besitzt, wird relativ schnell die Unterschiede erkennen. Die Kopfhörer selbst verfügen nicht über die dritte Öffnung im Ohrkanal, die Kopfhörer und die Metallringe unten sind geringfügig größer als beim Original. Zudem würde ich sagen, dass die i12 TWSP geringfügig leichter sind als die AirPods. Wer die Apple AirPods noch nie gesehen hat, wird im ausgeschalteten Betrieb nur schwer erraten können, dass es kein Apple-Produkt ist. Die Verarbeitung der einzelnen Kopfhörer ist gut, in Anbetracht des Preises sogar wirklich gut.

Ladebox

Das ändert sich allerdings, wenn man die Ladebox in die Hand nimmt. Diese ist zwar rein äußerlich absolut nicht von der AirPod-Verstaubox zu unterscheiden, doch von der Verarbeitung bei Weitem nicht auf Apple-Niveau. Von den Maßen ist die Box der i12 TWS geringfügig, aber wirklich absolut marginal, größer. Das Metallscharnier ist ähnlich gestaltet, schließt mit einem Magneten und es gibt unten sogar einen Apple Lightning-Anschluss. Besser klonen konnten die Hersteller die AirPod-Ladebox zweifellos nicht.

Verarbeitungstechnisch ist sie aber ganz und gar nicht mit Apple-Produkten zu vergleichen. Die Box schließt nicht vollkommen sauber, das verwendete Polykarbonat wirkt günstiger und das metallisch lackierte Scharnier besteht ebenfalls aus Plastik. Trotzdem muss man sagen: Wir reden hier von einem Preis, welcher ein Zehntel des Preises der AirPods beträgt. Dafür ist die Verarbeitung gar nicht schlecht.

Lichtspektakel

Dass man allerdings nicht wie ein Fußball-Profi aussehen darf mit 16 Euro-Kopfhörern, dafür sorgt der Hersteller schon selbst. Der Knopf auf der Rückseite des AirPod-Klons erlaubt nämlich nicht das Pairing mit eurem Smartphone. Stattdessen aktiviert dieser die Lade-Funktionalität der Case. Das ist richtig dumm. Während die Kopfhörer aufgeladen werden, leuchtet die Ladebox blau und die Kopfhörer selbst leider auch rot. Wenn man also die Illusion leben will, man besitze die teuren AirPods, muss man sie beim Laden in der Hosentasche verstaut halten und nicht irgendwo vorzeigen.

Während sich die Kopfhörer im Pairing-Modus befinden, leuchten diese abwechselnd rot und blau. Wenn die Verbindung allerdings hergestellt ist, bleibt die Beleuchtung glücklicherweise aus.

i12 TWS Test – Tragekomfort

Die EarPods von Apple, welche ein Jahr nach dem Tod von Steve Jobs vorgestellt wurden, wurden Nutzern sehr unterschiedlich aufgenommen. Manche Nutzer konnten die Kopfhörer schlichtweg nicht komfortabel oder nicht mit ausreichend Halt im eigenen Ohr unterbringen. Viele Menschen beklagen, dass ihnen die Kopfhörer zu leicht aus dem Ohr fallen.

Mir selbst geht es absolut nicht so. Schon die Apple EarPods waren wie auf mein Ohr zugeschnitten, während In-Ear-Kopfhörer weder richtig komfortabel, noch perfekten Halt boten. Dasselbe galt für die neuen AirPods, die in meinem Ohr perfekt sitzen.

Aufgrund des ähnlichen Designs und des gefühlt kleineren Gewichts sind die i12 TWS im Ohr sehr angenehm und sitzen absolut bombenfest. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich damit ein intensives Training im Fitness-Studio inklusive Laufband absolvieren könnte. Ich weiß allerdings auch, dass Apple-Kopfhörer aus irgendeinem Grund wie für meine Ohren gemacht sind.

Grundsätzlich gilt: Bei wem die AirPods komfortabel im Ohr sitzen, wird hier ebenfalls kein Problem haben.

i12 TWS Test – Touch-Gesten

Für 16 Euro bekommt man nicht nur funktionierende Bluetooth 5.0 Wireless-Kopfhörer, sondern auch Touch-Gesten. Auf der Rückseite beider Kopfhörer lassen sich in Form von verschiedenen Touch-Befehlen unterschiedliche Funktionen der Kopfhörer steuern. Diese funktionierten in unserem Test überraschend gut. Auf Gearbest steht zwar in der Beschreibung, dass die Lautstärke-Steuerung nur unter iOS funktioniert, aber das stimmt nicht. Durch doppeltes Tippen kann die Lautstärke auch unter Android verändert werden.

Die Gesten im Überblick:

  • 1 x Tippen: Wiedergabe fortsetzen / pausieren
  • 2 x Tippen: Lautstärke runter (links) / rauf (rechts)
  • 3 x Tippen: Nächster Song (links) / vorheriger Song (rechts)
  • 3 Sekunden lang halten: aktiviert Sprachassistenten
  • 5 Sekunden lang halten: Einschalten / Ausschalten

i12 TWS Test – Akkulaufzeit

Der Hersteller verspricht auf der Gearbest-Shopseite eine Akku-Kapazität von 300 mAh in der Ladebox, wo die Kopfhörer etwa 10 Mal aufgeladen werden können. Eine volle Aufladung dauert nicht ganz eine Stunde. Damit die Kopfhörer sicher laden, muss man diese beim Einpacken in die Box gelegentlich etwas fester reindrücken.

Die Laufzeit selbst hängt stark von der Aktivität ab und bei Anrufen liegt diese etwa bei einer bis eineinhalb Stunden. Für das reine Musikhören können sie für eine Zeit von weniger als zwei Stunden durchgehend genutzt werden bevor sie aufgeladen werden müssen.

i12 TWS Test – Soundqualität

Wie viel Sound bekommt man für 16 Euro? Nun, es gibt eine Ausgabe über die kleinen Treiber der i12 TWS. Für das Musikhören im Alltagsgebrauch dürfte es für wirklich viele Nutzer sogar ausreichend sein. Ich selbst, der hier einerseits höherpreisige Produkte gewöhnt ist und andererseits auch bevorzugt, ist der Unterschied bemerkbar.

Zuerst zum Positiven: Stimmen und Mitteltöne sind fein hörbar, ziemlich klar und relativ sauber. Ihre Stärke haben die Kopfhörer definitiv bei den Mitten. Rap klingt auf den i12 TWS wirklich überraschend gut, wenn man das Genre mag. Die Höhen sind vergleichsweise schwach hörbar und bereits etwas unklar. Wer besonders viel EDM hört, wird hier die feineren Kontraste vermissen, die höherpreisige Kopfhörer bieten.

Die Bässe sind allerdings überraschenderweise die größte Schwäche des AirPod-Klons aus China. Die i12 TWS bieten absolut keine Tiefen, die Ton-Trennung ist praktisch unmöglich und besonders Rock-Musik wirkt nur noch wie ein wirres Sound-Geschwür. Sie schaffen es schlichtweg überhaupt nicht, ein orchestrales Klangbild herzustellen.

Der Vergleich mit höherpreisigen Divacore Nomad+, Apple AirPods oder BeoPlay E8 ist nicht einmal ansatzweise möglich. In all diesen Fällen sprechen wir allerdings von einem preislichen Unterschied von 100 Euro oder sogar mehr. Wenn ihr einen Vergleichswert braucht, nehmt etwas bessere Kopfhörer an der Kasse eures Drogerie-Marktes mit. Klanglich sind die i12 TWS etwa auf diesem Niveau, wenngleich die Mitten stärker sein dürften und die Bässe der meisten Billig-Kopfhörer einfach übersättigt, unklar und einfach schrecklich sind.

Insgesamt macht das die ganze Sound-Sache, um die es ja eigentlich geht, ziemlich verkraftbar. Wenn ich zwingend Wireless Kopfhörer brauche für die Übernachtung im Festival-Zelt oder weil ich ganz sicher weiß, dass ich mein teures Paar im Urlaub vergessen werde, dann könnte ich damit leben. Sie sind nicht schrecklich.

i12 TWS Test – Konnektivität

Sobald die Case der i12 TWS geöffnet wird, ist ein Pairing direkt mit dem Smartphone möglich. Nimmt man die einzelnen Kopfhörer aus der Ladebox, schalten sich diese direkt ein. Sie befinden sich dann automatisch im Pairing-Modus und können mit dem Smartphone verbunden werden.

Die Verbindung mit den Kopfhörern über das Smartphone ist überraschend stabil. Mit dem von uns getesteten Pocophone F1 erlebten wir nur ein einziges Mal einige Verbindungsabbrüche, welche allerdings durch einen Neustart der Kopfhörer schnell behoben waren. Im Alltagsgebrauch ist die Konnektivität stabil und die Kopfhörer können auch aus einiger Distanz noch verwendet werden. In einem Wohnzimmer kann man sich ohne Verbindungsabbrüche frei bewegen.

i12 TWS Test – Fazit

Man muss dem chinesischen Hersteller wirklich lassen, dass man in Sachen Design und Funktionalität einen beeindruckenden AirPod-Klon für ein Zehntel des Preises geschaffen hat. Natürlich sind Unterschiede bei genauerer Betrachtung schnell bemerkbar und hörbar natürlich auch.

Dennoch muss man sagen, dass es für 16 Euro hier deutlich mehr als eine Attrappe gibt. Wirklich viele Menschen aus meinem Freundeskreis nutzen im Alltag schlechtere Kopfhörer. Klanglich sind sie nämlich trotzdem besser als die 5 Euro Noname-Kopfhörer von der Kaufland-Kasse. Für 16 Euro AirPod-Klone ist das durchaus ein großes Kompliment.

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Über den Autor

23 Jahre alt, Redakteur bei WindowsArea.de, Windows Insider MVP.

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Sowas sollte man verbrennen… Ich verstehe echt nicht, wie man sowas bestellen und unterstützen sollte… Das gilt nicht nur für Apple-Kopien, sondern das gilt in JEDER Branche.