
Obwohl Google nicht sehr gerne und vor allem nicht sehr oft öffentlich über Fuchsia spricht, hat sich das Betriebssystem in den letzten Jahren ordentlich weiterentwickelt. Bei Google scheint man nun bereit zu sein, den nächsten Schritt zu gehen.
Die offizielle Entwicklerseite zu Google Fuchsia ist nämlich ab sofort öffentlich. Eine große Keynote, eine Ankündigung oder gar eine Pressemeldung hierzu gab es jedoch nicht. Google beschreibt Fuchsia als ein modulares, berechtigungsbasiertes Betriebssystem, das nicht auf Linux basiert. Google verwendet nämlich einen eigenen Kernel namens Zircon und will sich damit unabhängig machen von fremden Technologien, die man derzeit für Android und Chrome OS nutzt, sprich Linux und Java.
Google Fuchsia wird dabei zweifellos ein moderneres System sein, welches für Smartphones sowie auch Tablets und günstigere Laptops vorgesehen zu sein scheint. Der langfristige Plan von Google sei es, Android und Chrome OS mit Fuchsia zu verschmelzen und zu ersetzen. Noch ist Fuchsia allerdings lange noch nicht so weit und Google möchte wohl noch nicht allzu viel Aufmerksamkeit mit dem Projekt erregen, bis es nicht endgültig bereit ist.
Bei Microsoft scheint man sich auch dessen bewusst geworden zu sein, dass Windows 10 kein Betriebssystem der Zukunft ist. Das Unternehmen begann kürzlich von einem solchen „modernen Betriebssystem“ zu schwärmen, das schnellere Updates und modernere Formfaktoren ermöglicht. Bisher hat Microsoft sein „Modern OS“ allerdings noch nicht angekündigt.


Was ich nicht ganz verstehe ist, wie sie dann Android-Apps zum laufen bekommen wollen. Weil Fuchsia unterstützt Stand jetzt nur eine handvoll Programmiersprachen und verwendet keine .APK-Dateien… Naja das wird Google schon machen. Die wollen ja bestimmt nicht nochmal bei Null anfangen.
Ich kann es mir nicht vorstellen, allerdings könnte es sein, dass Google von seiner eigenen Überheblichkeit eingeholt wird weil sie denken, dass die Entwickler ihnen trotzdem die Bude einrennen. Vielleicht Googles Genickbruch, vielleicht eine falsche Fährte. Man wird sehen. Ich hoffe ja irgendwie Ersteres^^ eine „Schnüffelnase“ weniger kann sicher nicht schaden.
Was ich schon lange ernsthaft befürchtet habe, scheint da jetzt leider doch bald aus dem Ei zu schlüpfen… 🙁
…und hoffentlich Microsoft nicht wieder auf dem total falschen Fuß erwischen…
Das Bittere für Microsoft:
Knowhow und Erfahrung aus den Jahrzehnten mit Windows kann man da nur mehr sehr eingeschränkt als Vorteil nutzen.
De facto herrscht da jetzt fast Waffengleichheit und beide fangen mit solchen „Modernen Systemen“ praktisch bei Null an…
…?.. Oder Google arbeitet auch daran sogar schon länger und kann dann auch noch seine enorme Verbreitung im mobilen Bereich als Vorteil bei der Vermarktung nutzen…?
Vielleicht werden wir dann nach der erzwungenen Migration zu Android auch noch einmal ganz höflich auf die Nutzung von Fuchsia verwiesen… dann natürlich auch da mit einem Microsoft-Launcher und verfügbaren Office-Goodies… 😉
… :(((
Zu einer Migration zu Android wird niemand gezwungen!
Ich kann mir vorstellen, dass MS mit Windows Core OS vorprescht, Google mit Fuchsia allerdings erfolgreicher ist. Viele verzichten heute auf einen PC und wenn sie einen haben, dann vielleicht fürs browsen.
MS muss wirklich neue Gerätekategorien vorstellen, die die Menschen langsam wem vom Smartphone bringen. Dieses ständige drauf starren und stundenlange Nachrichten schreiben muss endlich sinnvoll ersetzt werden. Wenn MS das nicht hinbekommt…. Sehe ich eher schwarz für die Zukunft eines OS aus Redmond ?
Die sind an allem selbst schuld, wenn sie eine solch aggressiv-offensive, schnell aufsteigende starke Konkurrenz ein gutes Jahrzehnt(!) lang ziemlich untätig heranwachsen haben lassen, anstatt da schon beizeiten entschlossen und energisch einzuschreiten und als Noch-Marktführer dagegen alle nur denkbaren legalen Register zu ziehen…
…anstatt da bloß erstaunt zuzusehen und sogar willfährig Platz zu machen…
Ich habe da z.B. nie verstanden, wieso die Welt neben der Yahoo-Suche eine zweite Suchmaschine gebraucht hat…
Und spätestens die Niederlage des MSN-Videoportals gegen das von Google übernommenen YouTube hätte da sowas von einem letzten Warnsignal sein müssen…
Damals hätte da schon längst massivst dagegengehalten werden sollen.
…wenn sich da ein neu aufkommender Konkurrent frech anschickt, die breite Marktaufstellung des Marktführers anzuknabern…
Jetzt ist natürlich alles zu spät, der böse Geist aus der Flasche gelassen und der Karren endgültig verfahren.
Und die gesamte Vorstandsetage eigentlich schon längst rücktrittsreif…
Das ist aber nicht ungewöhnlich und erlebt man in jedem Bereich. Autohersteller, soziale Netzwerke, Zeitungen, Lebensmittel… Marktführer haben ein Eigenleben, welches dazu führt, dass sie ihre Erfolgsschiene durch Marktdominanz betonieren wollen, statt wendig und kreativ das Neue anzustoßen. Bis Sony verstanden hat, dass der Walkman keine Zukunft hat, war er schon zehn Jahre überm Zenit. In Anbetracht dessen ist Microsoft mit der Surface Reihe in einem atemberaubenden Tempo etwas gelungen, dass ich nicht für möglich gehalten habe. Begünstigt zum einen, weil eben Apple in Tablets am sich einbetonieren war. Aber auch, weil man mutig und für so einen Koloss sehr schnell war. Das Gleiche mit dem Brechen von Prinzipien wie Office auf iOS und Android. Oder denke an den Aufschrei über Windows 8. Bis heute schwören Millionen auf Windows 7 – warum dann so ein radikaler Bruch? Am Krassesten ist es übrigens dieser Tage bei Philip Morris. Die haben Marlboro zum Auslaufmodell verbannt, rufen zum Nichtrauchen auf und setzen nun voll auf ihr iQos. Nix mehr mit Cowboy. Das ist ein krasser Schritt. Aber ökonomisch eher selten. Produkte, welche viele Leute ernähren, geben einem das Gefühl, nach einer anstrengenden Zeit des Wachstums, der Unsicherheit und der knallharten Konkurrenz, endlich Ruhe zu haben und lieber durchzuziehen, statt jeden Tag wieder aufs Neue ins Fahrwasser des Haifischbeckens zu springen. Die einzelnen Akteure sind zudem ja flexibel, sind meist nur ein paar Jahre in zentraler Funktion. Und wenn du dann noch betrachtest, dass an den Börsen nur die Quartalszahlen etwas wert sind, dann wird klar, warum kaum einer ins Risiko geht oder mal länger als bis zum übernächsten Monat denkt. Das tut Microsoft aber und ist aktuell die wertvollste Firma überhaupt.