Movavi Video Editor Test: Ein benutzerfreundlicher Einstieg in die Videobearbeitung

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Für meine tägliche Arbeit an unseren WindowsArea.de-Videos verwende ich bereits seit Jahren Premiere Pro. Die professionelle Video-Schnitt-Software ist Teil der Adobe Creative Suite bzw. Cloud, entsprechend an ein teures Monats-Abonnement geknüpft und ein umfangreiches Werkzeug für Profis.

Premiere Pro ist der Standard für Videobearbeitungssoftware, ähnlich wie Word bei Textverarbeitung. Wer behaupten will, er kenne sich mit Videobearbeitung aus, kommt an Premiere Pro nicht vorbei. Dass das umfangreiche Schnittprogramm von Adobe allerdings weder effizient noch sehr benutzerfreundlich für Privatkunden ist, das steht außer Frage.

Dass ich persönlich gerne Premiere Pro für unsere höchstens mittelmäßig qualitativ bearbeiteten Videos verwende, hat drei Gründe: Gemütlichkeit, der Breite an Funktionen sowie mein Möchtegern-Anspruch an Professionalität, welcher mir einredet, die Creative Suite sei das ultimative Werkzeug für die zu verrichtende Arbeit. Um meine Überzeugung mehr oder weniger zu bestätigen, habe ich kürzlich eine alternative Software getestet. Der Movavi Video Editor ist ein Windows-Programm, das einmalig etwa so viel kostet wie das Monatsabo der Adobe Creative Cloud. Was man mit dem Programm anstellen kann, möchte ich in diesem Test näher beleuchten.

Movavi Video Editor Test – Interface

Das Interface von Movavi Video Editor unterschedeit sich nicht großartig von gewöhnlicher Videobearbeitungssoftware. Unten befindet sich die Zeitleiste mit den verschiedenen Spuren, oben rechts die Video-Vorschau und links oben das Menü, von wo aus Dateien importiert werden, Effekte hinzugefügt, Transitionen eingebaut und weitere Veränderungen am Video oder Audio vorgenommen werden können.

Insgesamt würde man beim ersten Blick auf die Software sowie auf die verfügbaren Funktionen nicht sagen, dass der Movavi Video Editor kein professionelles Tool ist. Es ist im Grund so gut wie alles da, was man für die generelle Videobearbeitung brauchen kann.

Movavi Video Editor Test – Funktionsweise

Nutzt man Movavi etwas länger, stellt man allerdings recht bald fest, dass die Software eher für Privatanwender und weniger professionelle Nutzer gedacht ist. Besonders das Import-Fenster ist im Vergleich zur Software von Adobe sowie auch anderen Videoschnittprogrammen kaum umfangreich. Videos werden beim Import nämlich sofort in die Zeitleiste eingefügt. Während sich die Software somit durchaus für den Zusammenschnitt eines Urlaubsvideos oder für Vlogger eignet, ist das beim Schneiden eines Video-Reviews für YouTube etwas umständlich, besonders dann, wenn man eine Menge B-Roll-Footage nutzt.

Ebenfalls nicht ganz auf Profi-Niveau ist das Schnittprogramm beim exakten Schneiden von Videos, denn es kann nicht exakt zwischen Frames geschnitten werden. Das geht entweder per Werkzeug mit der Maus oder per Tastenkombination. Mit der Tastatur zu einem bestimmten Frame zu navigieren, das geht leider nicht. Somit schneidet man im Regelfall nicht hundert Prozent exakt, sondern fast schon nach Gefühl. Sound schneiden würde ich somit nicht, aber dafür gibt es mit Audacity ohnehin eine großartige, kostenlose Alternative. Während das für den Normalanwender nicht weiter schlimm ist und auch bei YouTube-Videos häufig keinen Unterschied macht, geht das bei einem professionellem Anspruch natürlich nicht. Den hat aber der Movavi Video Editor nicht, womit man das auch verzeihen kann.

In einem weiteren Punkt unterscheidet sich der Movavi Video Editor von Premiere Pro: Die erste Audio-Spur ist nämlich am Anfang mit dem Video verbunden. Die Arbeitsweise von Movavi erinnert mich somit eher an Final Cut Pro von Apple. Ich bin eher ein Fan davon, wenn alle Audio- und Video-Spuren voneinander unabhängig sind.

Movavi Video Editor Test – Effekte und Zusatzfunktionen

Movavi will es seinen Nutzern möglichst einfach machen, Videos zusammenzuschneiden und kleine, einfache, kreative Werke zu erstellen. Größere YouTuber verwenden heutzutage besseres Kamera-Equipment als die meisten Fernsehsender, bearbeiten ihre Videos auf entsprechenden hochleistungsmaschinen und mit Software, die mit solchen speziellen Formaten und hohen Auflösungen auch arbeiten kann.

Movavi auf der anderen Seite hat diesen Anspruch nicht, womit man einerseits das Set an verfügbaren Funktionen begrenzen, allerdings auch gleichzeitig vereinfachen kann. Es gibt keine exakten Keyframes, jedoch lässt sich die Position und Geschwindigkeit von Inhalten frei in der Timeline sowie im Vorschau-Fenster ändern. Außerdem stehen integriert in die Software eine Reihe an Effekten bereit, welche ganz problemlos in das Video eingefügt werden können. Es ist sehr einfach, Animationen, schöne Texte-Einblendungen, coole Intros sowie verschiedene Übergänge einzubauen und generell ein Video mit Effekten zu erstellen. Diese müssen dabei einfach auf dem entsprechenden Fenster in die Timeline gezogen können daraufhin bearbeitet werden. Neben dem verfügbaren Set integrierter Animationen hofft der Hersteller, durch ein wachsendes Angebot neuer Effekte, Übergänge und Intros auch weiteres Geld mit Kunden verdienen zu können. Auf der Webseite von Movavi werden eine Vielzahl weiterer Effekte gegen eine einmalige Gebühr bereitgestellt. Hier gibt es verschiedene praktische Sets, die für verschiedene Aufgaben bereits fertig zusammengestellt wurden. Beispielsweise ein Set für Beauty-Blogger, YouTuber, für den perfekten Familienausflug usw.

Movavi Video Editor Test – Fazit

Der Movavi Video Editor ist eine solide Lösung mit einer überschaubaren Zahl an einfach zu bedienenden Funktionen. Mit einem Preis von 49,95 Euro vor Steuern ist das Werkzeug günstiger als Adobe Premiere Elements, als der PowerDirector 17 Ultra sowie auch Filmora von Wondershare. Movavi erhebt weniger den Anspruch an Professionalität als die genannten Tools, ist dafür allerdings etwas leichter zu bedienen, sehr schlicht, logisch und übersichtlich gestaltet und macht das Kreieren eines professionell wirkenden Videos auch für den Privatanwender zum Kinderspiel.

Aber auch darüber hinaus macht Movavi das Bearbeiten von Videos einfach. Das Programm ermöglicht es jedem Anwender, in die Videobearbeitung einzusteigen und qualitative Filme zu produzieren. Kombiniert mit einer kostenlosen Audio-Lösung, wie Audacity, kann man bereits durchaus schöne Videos herstellen und womöglich der nächste Star am Himmel der Beauty-Blogger werden.

> Movavi Video Editor Download

Über den Autor

23 Jahre alt, Redakteur bei WindowsArea.de, Windows Insider MVP.

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Freigraf
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Freigraf

Kann man mit dem Movavi Editor auch Bilder (Jpeg, BMP usw.) importieren und in ein Video einbauen oder geht das nur mit “echten” Videos?

Armin Osaj
Editor

Endlich kann ich meine Schmink Videos auch schneiden.

tobimoli
Mitglied
tobimoli

Danke für den hilfreichen ersten Einblick. Ich fange gerade erst an mich damit zu beschäftigen. Gibt es einen vergleich zum kostenlosen DaVinci?