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Windows 10

Windows 10 20H1 wird modular: Win32-Komponenten werden optional und ausgelagert

Windows 20H1 wird das nächste große Funktionsupdate für Windows 10 Desktop. Gleichzeitig wird es wohl das spannendste bis jetzt, denn wir erwarten gravierende Änderungen. Beispielsweise ersetzt Microsoft den gesamten System-Unterbau durch einen neuen Kernel, in dem jahrelange Arbeit steckt. Somit erwartet uns die größte Systemänderung seit Vista.

Zur gleichen Zeit arbeitet Microsoft an einem neuen Betriebssystem, dem Nachfolger von Windows. Das Projekt nennt sich Core OS und besitzt als große Besonderheit einen modularen Aufbau. Einzelne Systemkomponenten lassen sich beliebig austauschen. Weitere Informationen dazu, erfahrt ihr in einem vorangegangenen Artikel von uns.

Während Core OS neue Formfaktoren betreiben wird, bleibt Windows Desktop unberührt erhalten für klassische PC-Anwender. Darunter fallen Gamer, Videoproduzenten oder Animatoren. Etwas Modularität wird der Desktop-Version wohl dennoch spendiert. Wir haben exklusiv für euch die letztens Insider-Builds analysiert und halten interessante Entdeckungen bereit.

Notepad und Cortana: Auslagerung als Apps

Bereits mit Windows 1903 änderte Microsoft die Art und Weise, wie Windows mit digitalen Assistenten kooperiert. Cortana wurde aus der Suche entfernt und zu einer zusätzlichen Komponente degradiert. Per Stimmaktivierung bei gesperrtem Gerät lassen sich nun auch Store-Apps aktivieren, wie Alexa von Amazon. Im Endeffekt lässt sich Cortana durch Alexa ersetzen. Somit überrascht es wenig, dass in Windows 20H1 Cortana zu einer normalen, eigenständigen App wird. Möglicherweise wird sie sich auch per PowerShell-Befehl deinstallieren lassen.

Überraschender ist jedoch die Auslagerung von Notepad/Editor als eigenständige App. Microsoft begründet diesen Schritt durch die Bereitstellung von Updates für das Tool über den Store, sprich unabhängig vom restlichen System. Tatsächlich wurde Notepad in ein App-Paket verpackt, und die vorherigen ausführbaren Dateien im Windows-Ordner leiten nur noch auf das Paket weiter. Selbes tat man damals mit dem Rechner.

So sieht es aus, wenn man Notepad in Windows PE öffnet

Anders als Cortana lässt sich Notepad tatsächlich deinstallieren.

Windows-Zubehör: Auslagerung in optionale Features

Im Startmenü existiert seit Jahrzehnten der Ordner Windows-Zubehör. Darin sind einige Tools enthalten, die nicht mehr wegzudenken sind. Beispielsweise WordPad, Paint, Schrittaufzeichnung und eben Notepad. Mit Windows 20H1 werden diese Tools als optionales Feature ausgelagert und lassen sich dadurch erstmalig deinstallieren.

Wir haben einmal den Test gemacht und alle optionalen Features deinstalliert. Übrig blieben nur noch drei Einträge und ich bin mir sehr sicher, dass diese sich zukünftig auch entfernen lassen.

Nur noch Snipping Tool, Zeichentabelle und Remotedesktopverbindung bleiben über.

Was könnte die Zukunft bringen?

Das zukünftige Windows 10 Startmenü kommt ohne Kacheln aus.

Es ist abzusehen, dass sich zukünftig sehr viele alte Win32-Komponenten deinstallieren lassen. Snipping Tool, Zeichentabelle und Remotedesktopverbindung werden noch folgen. Möglicherweise lässt sich bald sogar die alte PowerShell und Eingabeaufforderung entfernen, um eingleisig mit dem neuen Windows Terminal zu fahren. Auch Microsoft Edge wird durch die Chromium-Version ersetzt, welche sich dann ebenfalls einfacher entfernen ließe.

Wünschenswert, jedoch unwahrscheinlich, stellt eine optionale Entfernung der Systemsteuerung dar. Viele Nutzer wünschen sich seit Ewigkeiten, dass das Urgestein endlich vollständig entfernt wird. Im Zuge der Entwicklung von Windows Core OS wird Microsoft auch die neuen Einstellungen nochmal stark erweitern. Der Arbeitsaufwand würde sich allerdings nicht rentieren, denn es gibt vereinzelt Momente, bei denen der Zugriff auf die Systemsteuerung doch von Nöten wird. Auch wenn es nur alte Treiber sind.

Zusammenfassung: Windows 10 schlägt seine Vorgänger in der Konfigurierbarkeit!

Optionale Features werden zukünftig eine größere Rolle unter Windows spielen. Deswegen verbesserte man diesen Punkt in den Einstellungen stark.

Windows 10 trägt den Titel, sehr viel Bloatware an Board zu haben. Dies wird sich mit Windows 20H1 endgültig ändern. Noch nie in der Geschichte von Windows NT ließen sich Komponenten, wie Paint oder Editor, deinstallieren. Zuletzt war dies bei der Installation von Windows 98 möglich, bei dem man wirklich genau auswählen konnte, was auf den Rechner soll.

Windows 20H1 wird somit ein Hauch von der Modularität seines Nachfolgers abbekommen.

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22 Jahre alt | Redakteur & Videoproduzent bei WindowsArea seit 2016
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