Microsoft will Apple & Google blamieren mit neuen App Store Prinzipien

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Microsoft hat eine nicht gerade subtile Stichelei in Richtung Apple und Google veröffentlicht. Microsoft hat neue App Store Prinzipien veröffentlicht, an die man sich selbst halten will. Das empfiehlt man auch anderen Plattform-Inhabern.

10 Prinzipien hat Microsoft veröffentlicht, die eine saubere Beziehung zwischen Inhabern von Plattformen und den Entwicklern garantieren sollen. Die App Stores von Google und Apple sind momentan den Wettbewerbsbehörden weltweit ein Dorn im Auge. Insbesondere die Konkurrenz wirft den Plattform-Inhabern vor, nicht fair mit der Entwickler-Community umzugehen. Spotify und Netflix setzen sich bereits seit Monaten lautstark für neue Regelungen ein. Unterdessen hat Epic Games mit Fortnite zum Direktangriff geblasen und will erzwingen, dass Entwickler bei In-App-Käufen die „Plattform-Steuer“ umgehen können. Dafür geht man auch vor Gericht.

Microsoft hat nun seine 10 Gebote für fairen Wettbewerb im Windows Store veröffentlicht. Darin versichert man zum Beispiel, dass man keine Analysedaten von Apps nutzen wird, um konkurrierende Dienste anzubieten, möchte den Entwicklern die Bezahlmethoden in Apps frei wählen lassen und man wird es Entwicklern erlauben, über ihre Apps frei mit Nutzern zu kommunizieren. All das ist momentan auf den Plattformen von Apple und Google nicht möglich. Zudem teilte Microsoft darin mit, dass man keine Apps basierend auf dem Geschäftsmodell des Entwicklers im Windows Store blockieren werde, was sich auf der Apple-Plattform zweifellos auf Project xCloud beziehen dürfte. Man möchte also klar einen Seitenhieb gegen Apple landen und von Entwicklern als Stütze im Kampf gegen die großen Plattform-Inhabern wahrgenommen werden.

Dass Microsoft allerdings eines spricht und etwas Anderes lebt, beweist aber die Tatsache, dass andere Browser weiterhin im Windows Store verboten sind. Chrome und Firefox sind immerhin Teil des Geschäftsmodells von Google und Mozilla.

Die Regeln im Wortlaut:

  1. Developers will have the freedom to choose whether to distribute their apps for Windows through our app store. We will not block competing app stores on Windows.
  2. We will not block an app from Windows based on a developer’s business model or how it delivers content and services, including whether content is installed on a device or streamed from the cloud.
  3. We will not block an app from Windows based on a developer’s choice of which payment system to use for processing purchases made in its app.
  4. We will give developers timely access to information about the interoperability interfaces we use on Windows, as set forth in our Interoperability Principles.
  5. Every developer will have access to our app store as long as it meets objective standards and requirements, including those for security, privacy, quality, content and digital safety.
  6. Our app store will charge reasonable fees that reflect the competition we face from other app stores on Windows and will not force a developer to sell within its app anything it doesn’t want to sell.
  7. Our app store will not prevent developers from communicating directly with their users through their apps for legitimate business purposes.
  8. Our app store will hold our own apps to the same standards to which it holds competing apps.
  9. Microsoft will not use any non-public information or data from its app store about a developer’s app to compete with it.
  10. Our app store will be transparent about its rules and policies and opportunities for promotion and marketing, apply these consistently and objectively, provide notice of changes and make available a fair process to resolve disputes.

Quelle: Microsoft

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Über den Autor

23 Jahre alt, Redakteur bei WindowsArea.de, Windows Insider MVP.

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Androvoid
17 Tage her

Zum Glück verfügt Microsoft nach dem mobilen Desaster aufgrund der Stabilität von Desktop-Windows gerade noch über die für solches nötige Rest-Relevanz, um da bezüglich der üblichen Markt-Usancen, was die Behandlung von App-Entwicklern betrifft, zumindest ein klein wenig gegen das mobile Doppel-Kartell dagegenhalten zu können und sich so als freier Akteur auf einem freien Markt auf ganz einfache und billige Art legitime Vorteile beim längst und unausweichlich notwendigen Wiederaufbau eines eigenen App- Stores und darauf aufbauend dann vielleicht auch einer neuen Smartphone-Sparte zu verschaffen… …und sich nicht wieder – wie bei WP – stur an ungeschriebene vermeintliche Vermarktungs-Regeln zu halten und… Read more »

friedrichmaichsner
18 Tage her

Und möchte man Apps auch nicht mehr entfernen, wenn der Name der App von Microsoft urheberrechtlich geschützte Markennahmen enthält?
Spaß beiseite, ich finde die Änderungen zwar gut, aber man sollte andere Browser zulassen. Vielleicht würde der Store dann auch mal erfolgreich sein…

backpflaume
18 Tage her

Eine Google Stadia App im Xbox Store wäre also auf jeden Fall möglich.

backpflaume
Reply to  backpflaume
18 Tage her

Und im Prinzip doch auch eine kostenlose Demoversion eines Spiels welches man erst dann in game bezahlt ohne dass Microsoft davon auch nur einen Cent sieht?

Androvoid
Reply to  backpflaume
17 Tage her

Microsoft wird und soll sich doch nicht selbst diesen Regeln vollkommen und auf immer und ewig unterwerfen und ausliefern, sondern dann von Fall zu Fall nach jeweils eigenem Ermessen und nach konkreter Interessenslage unterschiedlich entscheiden und handeln. Eigentlich alles bloß ein geschickter Marketing-Gag…
Die neuen „Regeln“ sind da wohl auch nur eine allgemeine Richtlinie.
Das gilt jetzt einmal sicher nur temporär und auch nur eingeschränkt, um unzufriedene App-Entwickler vermehrt auf die Windows-Plattform zu locken…
Da wird es auch keinen Gesetzesanspruch oder ein gesetzliches Einspruchsrecht geben.. 😉

tk69
18 Tage her

Das sagen die, die den eigenen Store Mangels Erfolg eigentlich abschaffen wollen… 🤯🤦🏼‍♂️

friedrichmaichsner
Reply to  tk69
18 Tage her

Ich kann mich nicht daran erinnern, dass man bei Microsoft jemals den Store anschaffen wollte. Falls ich falsch liege kannst du mir das natürlich auch gerne sagen.

Androvoid
Reply to  tk69
17 Tage her

Alles abschaffen und einstampfen, wo es gerade einmal kriselt geht eben nicht auf Dauer! …und ging dann auch bald nicht mehr!
Diesbezüglich kam denen dann plötzlich einmal die Erleuchtung, dass man dafür, wofür man steht auch – evtl. aufwändig und verlustreich – zu kämpfen bereit sein muss… 😉