Bericht: Microsoft will eigene ARM-Prozessoren für Surface und Server herstellen

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Ein aktueller Bericht von Bloomberg deutet darauf hin, dass Microsoft seine eigenen ARM-Prozessoren herstellen möchte. Damit würde man in direkte Konkurrenz treten mit Apple, aber auch mit bisherigen Partnern wie Intel, AMD und Qualcomm.

Das Börsenmagazin Bloomberg berichtet momentan, dass Microsoft seine eigenen Prozessoren plant. Nachdem Apple mit seinem leistungsfähigen Apple M1-Chip durchaus für Staunen gesorgt hatte, will es Microsoft nun selbst versuchen. Für seine eigenen Produkte möchte man also nicht auf die bisherigen Hardware-Partner setzen, sondern Chips aus dem eigenen Haus für seine Geräte herstellen. Der Bericht selbst enthält kaum Informationen. Bislang wird weder ein ungefährer Release-Zeitraum genannt, noch konkrete Produkte, wo sie Microsoft einsetzen könnte.

Die Quelle des Berichts ist allerdings sehr zuverlässig. Dass Microsoft seine eigenen Prozessoren herstellen würde, war angesichts der geringen Zahl an verkauften Surface-Geräten eher unwahrscheinlich. Apple verkauft Millionen von ARM-Geräten jährlich, sodass eine Expansion auf den Mac logistisch kein größeres Problem war. Zudem bei Apple eben aufgrund der iPhone- und iPad-Verkäufe ohnehin bereits Millionen von CPUs im eigenen Haus hergestellt werden.

Microsoft hat allerdings auch ohne Smartphone-Geschäft die notwendige Skalierbarkeit für die Herstellung eigener ARM-Prozessoren: das eigene Servergeschäft. Auf diese Weise wäre es auch Microsoft möglich, den Skaleneffekt für die Produktion von CPUs im eigenen Haus zu nutzen.


Quelle: Bloomberg

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Über den Autor

23 Jahre alt, Redakteur bei WindowsArea.de, Windows Insider MVP.

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Mamagotchi
3 Monate her

Eigene ARM-SoCs von Microsoft wären dann in erster Linie Konkurrenz für die SoCs von Qualcomm für Windows 10 on ARM. Die Konkurrenz fehlt bisher ja und Qualcomm muss sich ähnlich wie Intel nicht wirklich anstrengen, damit Microsoft die SoCs abnimmt/verwendet.

Natürlich kann ein leistungsfähiger ARM-SoC auch in Konkurrenz zu x86-Chips von z. B. Intel stehen, wie man es bei Apple sieht, aber dafür muss bei Windows zum einen die Emulation besser werden und und zum anderen hat Intel mit seinen Hybrid-Chips ja noch ein interessantes Gegenkonzept.

OliverL
Reply to  Mamagotchi
3 Monate her

Ich glaube, die Emulation ist schon gut genug. Ziel ist es, dass alle wichtigen Produkte auch einfach für ARM übersetzt werden von den jeweiligen Anbietern, d. h. eine Emulation unnötig ist. Ist sie unter Linux ja auch. .NET läuft ohnehin überall, nicht nur von der CPU-Architektur sondern sogar Betriebssystem-unabhängig. Für mich ist das nur deswegen nichts, weil ich im Notfall auf meinem Surface Pro auch mal einen Kundenserver in Hyper-V betreiben können muss. Und die modernsten AMD- oder Intel CPUs sind jetzt auch nicht wirklich so viel schlechter als die ARMs. Bei Apple wird der M1 immer mit den Intel-Macs… Read more »

Last edited 3 Monate her by OliverL
fuchur
Reply to  Mamagotchi
3 Monate her

Ich hab mich nur begrenzt damit beschäftigt, aber soweit ich das verstanden habe hat der M1 von Apple einen speziellen Prozessor integriert, der nur für die Emulationsperformance-Steigerung zuständig ist (also der praktisch X86 zu ARM Instructionset umwandelt). Wenn das der Fall ist und die „normalen“ ARMs haben das nicht, dann könnte sich da emulationstechnisch einiges tun wenn MS (oder ARM selbst) bei ihren ARM-CPUs das ebenfalls tun weil das Hardware-Beschleunigung bedeutet. Dafür kann Windows bzw. MS dann nicht viel, wenn das eben in den derzeitigen ARM-CPUs nicht verbaut wird. Da müssen sie beinahe zwangsläufig deutlich langsamer sein, egal wie gut… Read more »

Last edited 3 Monate her by fuchur