Acer Aspire 5 Test mit Intel Core i5-1135G7 Prozessor und 16 GB RAM

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Acer hat mit seinem Aspire 5 ein Notebook hergestellt, das sich an die breite Masse richtet. Es ist ein Produkt für den Katalog eures lokalen Supermarkts oder Technik-Geschäfts. Dank der Ausstattung mit Intel Core i5-Prozessoren der 11. Generation, 16 GB RAM und einem Terabyte an SSD-Speicher lässt sich damit auch ganz gut werben.

Ob das Acer Aspire 5 allerdings nur im Prospekt eine gute Figur macht oder auch in unserem Test überzeugen kann, das erfahrt ihr in unserem Video sowie in unserem ausführlichen Artikel.

Acer Aspire 5 – Video Review

Acer Aspire 5 – Verarbeitung und Design

Verarbeitungstechnisch kann dem Acer Aspire 5 wenig vorgeworfen werden. Die Spaltmaße sind gering, die Tastatur lässt sich nicht weit eindrücken und auch die Display-Flexibilität ist für ein 15,6 Zoll Notebook relativ gering.

Die größte Schwäche bei der Verarbeitung ist tatsächlich das verwendete Material. Während viele andere Hersteller im Preisbereich von rund 700 Euro bereits auf Metallgehäuse setzen, hüllt Acer sein Aspire 5 in Plastik. Während man Acer für die makellose Verarbeitung des Gehäuses zweifellos loben muss, ist die Verwendung des minderwertigeren Materials unentschuldbar bei diesem Preisbereich. Acer differenziert hier bewusst seine günstigere Aspire-Serie von der teureren Swift-Reihe, wo bereits das Swift 3 ein Metallgehäuse bekommt.

Bei den Anschlussmöglichkeiten ist im Acer Aspire 5 allerdings alles dabei, was der Durchschnittskunde benötigen könnte. Links hat man mit Ethernet, HDMI, USB-A 3.0 sowie USB-C 3 samt Thunderbolt 3 alle gängigen Ein- und Ausgänge vertreten. Rechts befindet sich dafür nur ein 3,5 mm Klinkenstecker sowie ein USB-A 2.0 Port. Gleich in vielerlei Hinsicht hat diese Anschlusskonfiguration meine Erwartungen nicht erfüllt: Erstens leuchtet mir USB 2.0 absolut nicht ein. Zweitens hätte man bei dem Platz rechts durchaus einen SD-Kartenslot verbauten können. Und drittens: Das Gerät lädt nicht über USB-C, sondern über den dünnen, runden proprietären Port von Acer. Das machen zwar Konkurrenten derselben Preisgegend nicht anders, Acers Ladeport ist aber dünn, selten und fummelig, sodass ich es hier als Manko werten möchte.

Acer Aspire 5 – Display

Auch beim Display kann Acer im Vergleich zur Konkurrenz die Messlatte nicht höher setzen. Es nutzt ein 15,6 Zoll FullHD IPS-Panel von LG. Das Display leuchtet laut Herstellerangaben mit einer maximalen Helligkeit von 270 Nits und nutzt eine matte Oberfläche. Somit sind Reflexionen reduziert, allerdings reicht es nicht ganz aus, um es im direkten Sonnenlicht noch nutzen zu können.

Mit einer Farbraumabdeckung von 53 % sRGB ist unterdurchschnittlich, was in einer eher blassen und kühlen Darstellung am Display resultiert. Wesentlich besser ist zwar die Konkurrenz in Form des Huawei MateBook D15 oder Lenovo IdeaPad 5 15 da nicht. Die bessere Helligkeit beim IdeaPad lässt es im Bereich Display jedoch davonziehen.

Backlight-Bleeding macht sich bei dunkleren Inhalten stark bemerkbar, insbesondere an den oberen Ecken sowie unter der Webcam.

Acer Aspire 5 – Tastatur & Touchpad

Insbesondere loben darf ich beim Acer Aspire 5 jedoch die Tastatur. Sie hat ein weiches, aber noch vorhandenes Feedback. Der Druckpunkt ist nur leicht fühlbar. In meinem Test hatte ich große Freude damit, auch längere Zeit am Acer Aspire 5 zu arbeiten. Das Spacing zwischen den Tasten mag etwas gewöhnungsbedürftig sein, ist allerdings später sehr komfortabel fürs Tippen.

Ein kleines Numpad ist ebenfalls verbaut, was für all jene Kunden, die dies schätzen, eine gute Sache ist. Dieses hat Acer zwar etwas kompakter gestalten müssen, dafür leiden jedoch die anderen Tasten nicht darunter. Eine Hintergrundbeleuchtung gibt es ebenfalls, die jedoch nur den Status ein und aus kennt. Ausreichend? Auf jeden Fall.

Das Touchpad ist in Ordnung. Es ist groß, präzise und schnell. Die Windows 10 Gesten werden allesamt unterstützt und brav ausgeführt.

Acer Aspire 5 – Performance & Software

Ausgestattet mit einem aktuellen Intel Core i5-1135G7 Prozessor könnte man dazu geneigt sein, äußerliche Mängel zu verzeihen. Zusammen mit 16 GB RAM und einer satten 1 TB SSD ist das Acer Aspire 5 eine performante Maschine für den Alltag. Bei genauerem Hinsehen werden jedoch auch hier gewisse Unzulänglichkeiten sichtbar.

Die Performance lag in Benchmarks hinter einigen Modellen mit demselben Prozessor zurück und teils deutlich hinter dem Acer Swift 3. Als Grund dafür hatten wir im Video-Test mit der sehr kühlen und leisen Funktionsweise des Notebooks ausgemacht. Der Lüfter schaltete sich selbst bei intensiverer Nutzung nicht zu. Es könnte allerdings auch sein, dass daran auch vorinstallierte Hintergrundprogramme schuld sind.

Acer installiert eine Menge Bloatware auf sein Aspire 5. Von Firefox, über Dropbox, Norton Security Ultra, PowerDirector bis hin zu Forge of Empires. Der zusätzliche Virenschutz als Testversion war dabei im Taskmanager immer auf Platz 1 der CPU-Ressourcenverbraucher, obwohl der PC im Leerlauf war. Acer könnte sich durch Bloatware also ebenfalls den Benchmark-Score ruiniert haben. In einem späteren Video werden wir mit einer Neuinstallation die Benchmarks durchführen, um zu sehen, ob unsere These stimmt.

Nachfolge Tests mit dem Notebook suggerieren, dass unsere Theorie stimmen könnte. Unser Testgerät könnte falsch konfiguriert gewesen sein, schafft es mittlerweile stolze 4716 Punkte im Geekbench-Multicore-Test. Dies ist ein deutlich besseres Resultat, das nur nach einer nicht ganz so simplen Clean Install erzielt werden konnte. Acer hat leider einige versteckte BIOS-Einstellungen implementiert, welche die Neuinstallation erschweren. Nach der sauberen Neuinstallation von Windows 10 lief das Gerät schneller in den Benchmarks und die Lüfter schalteten sich häufiger zu.

Grundsätzlich muss man aber sagen, im Alltag läuft das Acer Aspire 5 auf jeden Fall flott genug. Gleichzeitig bleibt es im Regelfall sehr leise und kühl.

Acer Aspire 5 – Akkulaufzeit

Ebenfalls ein Grund für mögliches Downtuning beim Prozessor könnte die Akku-Kapazität sein. Mit einer Kapazität von 48 WH befindet sich das Aspire 5 auch hier leicht unter dem Durchschnitt, den Kunden sich im Preisbereich von 700 Euro erwarten dürfen. Das Lenovo IdeaPad 5 15 ist dagegen mit seinem enormen 70 WH Akku ein wahres Batterie-Monster.

Die angegebenen Laufzeiten von 8 Stunden sind damit zweifellos nicht erreichbar. Das Acer Aspire 5 hält im Normalbetrieb etwa 5 Stunden durch, wobei eine niedrigere Helligkeit es auch auf bis zu 6 Stunden bringt. Zweifellos sind das nicht Werte, die der Konkurrenz Sorge bereiten sollten. Das IdeaPad 5 15 von Lenovo läuft auch ohne Schonbetrieb 10 Stunden lang.

Acer Aspire 5 – Fazit

Grundsätzlich ist das Acer Aspire 5 ein gutes Notebook. Acer hat insbesondere mit seiner Intel-Variante den Preisbereich verfehlt. Mit der Möglichkeit, zwischen dem Lenovo IdeaPad 5 15 und dem Acer Aspire 5 zu wählen, würde ich immer das Lenovo auswählen. Metallgehäuse, Ryzen-CPUs, größerer Akku, helleres Display…

150 Euro weniger und die Sache sieht ganz anders aus. Im Preisbereich von unter 600 Euro gibt es ebenfalls ein Acer Aspire 5, das jedoch mit Ryzen-Prozessoren und 8 GB RAM daherkommt. Dieses Modell steht dort außer Konkurrenz.

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Über den Autor

23 Jahre alt, Redakteur bei WindowsArea.de, Windows Insider MVP.

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Gorbowski
3 Monate her

Mit so einem miesen Display ist es für unter 500,-€ gemacht. Metallgehäuse wäre mir da sowieso egal. Wahrscheinlich wird es preislich bald dort landen und in den Wochenangeboten verramscht.