OneOdio Pro 50 Studio Review: Gute, günstige DJ-Kopfhörer

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Ein günstiges Paar an guten Kopfhörern zu finden, sorgt bei mir immer für ein Gefühl gewisser Begeisterung. Für 50 Euro den Sound von manchen 200-Euro-Kopfhörern zu bekommen, mehrere Modelle dafür auszuprobieren und am Ende gar fündig zu werden, ist als hätte man einen Schatz ausgegraben. Guter Sound für einen unrealistisch günstigen Preis zu besitzen, liefert mir persönlich schlichtweg ein stärkeres Gefühl der Genugtuung als ein hochwertiges Paar an Sony- oder BOSE-Kopfhörern zu besitzen.

Im In-Ear-Bereich waren die EarFun Free Pro für mich ein solcher Fund. Für 60 Euro wischen die kleinen Bluetooth-In-Ears nicht nur mit im eigenen Preissegment mit der Konkurrenz den Boden auf, sondern kämpfen weit oberhalb ihrer Gewichtsklasse.

Heute sehen wir uns ein anderes, vielversprechendes Paar an Closed-Back Over-Ear-Kopfhörern an eines bislang eher unbekannten Herstellers. Die OneOdio Pro-50 Studio kosten nur 50 Euro und richten sich an DJs, Creator und Audiofile.

OneOdio Pro-50 Studio Review: Design

Die OneOdio Pro-50 Studio sind Over-Ear-Kopfhörer im klassischen DJ/Studio-Design, das in den letzten Jahren insbesondere von AKG, Audio-Technica und Sony popularisiert wurde. OneOdio nutzt eine dezente Kombination aus einem schwarzen Design mit roten Nähten, die einen interessanten Akzent setzen.

Die Kopfhörer bestehen vollkommen aus Plastik. Auch der silberne „Chrom“-Ring rund um die Ohrmuscheln ist reines Plastik. An jeder Seite gibt es einen Audio-Eingang, wahlweise 6,25 mm oder die klassische 3,5 mm Klinke. Somit könnt ihr übrigens zwei Quellen gleichzeitig damit verbinden, was ein durchaus interessantes Feature für manchen Live-DJ sein könnte.

Die Ohrmuscheln können um bis zu 180 Grad rotiert werden, womit DJs ebenfalls ihre Freude haben dürften. Ihre Rotation ist für meinen Geschmack zwar etwas zu leichtgängig, allerdings ist für den Preis kaum mehr zu erwarten. Außerdem lassen sich die OneOdio Pro-50 Studio auch falten dank jeweils eines Scharniers an jeder Seite des Bügels. Im mitgelieferten Faux-Lederbeutel können sie einigermaßen sicher vor Kratzern transportiert werden. Vor stärkerer äußerer Einwirkung, beispielsweise Druck durch anderes Zeug im Rucksack, schützt dieser Beutel allerdings nicht. Ich würde außerdem nicht empfehlen, die Kopfhörer allzu bedenkenlos zu verpacken, denn allzu robust ist die Plastik-Verarbeitung nicht.

OneOdio Pro-50 Studio Review: Tragekomfort

Die Konstruktion ist solide, wenn auch die Plastik-Verarbeitung an manchen Stellen besser sein könnte. In ihrem Preisbereich gehören sie allerdings dennoch zu den besseren Produkten, was insbesondere auch mit dem Tragekomfort zusammenhängt.

Die Polsterung am Bügel ist gut, sodass man kein hartes Plastik am Kopf zu spüren bekommt. Die Ohrmuscheln sind auch sehr sanft und auch mit weichem Plüsch gefüllt, sodass kein Druck auf den Ohren zu vernehmen ist.

Die reine und etwas dürftige Plastik-Konstruktion bietet allerdings auch klare Vorteile gegenüber teureren und schweren Kopfhörern: Sie sind außerordentlich leicht. Auf dem Kopf drücken sie nicht und können auch über längere Zeit komfortabel getragen werden. Die Spannkraft des Bügels ist nicht enorm, wodurch kein hoher Druck auf den Kopf des Trägers ausgeübt wird. Dennoch sitzen sie fest auf dem Kopf, solange man damit zuhause am Schreibtisch produziert und nicht im Fitnessstudio rumläuft.

OneOdio Pro-50 Studio Review: Sound

Der Hersteller beschreibt seine Kopfhörer auf seinen Vetriebskanälen wie folgt: „Diese Kopfhörer sind balanciert mit detaillierten Höhen, klaren Mitten und einem tiefen Bass mit einem leichten Boost.“ Das gibt uns einen klaren Eindruck davon, an wen sich OneOdio mit den Pro-50 Studio richtet und an wen man dieses Produkt vermarktet.

Beim Bass muss man bei diesem Statement den größten Einwand machen, kann doch von einem „leichten Boost“ kaum die Rede sein. Es ist eine klare Erhebung im mittleren Bassbereich zu hören, die zwar für einen wärmeren, tieferen Klang sorgt, allerdings auch in manchen Songs unnatürlich und leicht übertrieben wirken kann.

Die als natürlich beschriebenen Mitten sind leicht unterrepräsentiert, allerdings kann man nicht davon sprechen, dass diese irgendwie verschluckt werden. Sie sind immer noch klar zu hören und insbesondere mit einer hochqualitativen Soundquelle gut und klar wahrnehmbar. Damit auch die tatsächlich sehr detaillierten Höhen herauskommen, braucht es allerdings ebenfalls eine bessere Soundquelle als Spotify. Mit einer guten Musikdatei bekommt ihr klar definierte Höhen gänzlich ohne Übersteuern im oberen oder unteren Bereich des EQ.

In der Mitte muss man dennoch sagen, dass die OneOdio Pro-50 Studio etwas dünn wirken, was insbesondere in Pop- und Rock-Songs stärker zur Geltung kommt als bei EDM. Der Bass-Boost sorgt zwar für einen kräftigeren Klang untenrum, gestattet allerdings den Mitten dafür weniger Raum, worunter die Gesamtqualität des Klangs etwas leidet. Die Soundstage ist damit selbst für Kopfhörer in ähnlicher Preisklasse nicht überragend und besonders bei Genres, wo „mitterum“ viel los ist, wird der Klang der OneOdio Pro-50 Studio zeimlich blass.

Präzise Höhen und stark konturierte Tiefen definieren diese Kopfhörer und somit auch die Musik, die damit richtig genossen werden kann.

OneOdio Pro-50 Studio Review – Fazit

Die OneOdio Pro 50 Studio sind Kopfhörer, die mit dem richtigen Musikgenre richtig Spaß machen. Wer nur Dubstep, Progressive House, Disco oder basslastige Synthwave hört, wird damit außerordentlich zufrieden sein. Für viele DJs trifft dies wahrscheinlich zu.

Der Klang ist weder blechern, noch unklar, sondern insbesondere in den Höhen sehr fein und definiert. Die kräftigen Bässe nehmen den Mitten etwas den Platz weg, beleben aber selbst alte Disco-Hits mit etwas schwächerer Bassline.

Das Design ist zwar nicht allzu hochwertig, sieht allerdings definitiv wertiger aus als sie verarbeitet sind. Der Tragekomfort ist außerordentlich gut und selbst längere Arbeitssitzungen können damit komfortabel durchstanden werden.

Wer nach diesem Sound sucht, wird im Preisbereich von 50 Euro wahrscheinlich wenig bessere Optionen finden. Sie sind allerdings auch keineswegs ein Soundwunder für den Preis.

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