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Microsoft kämpft einen cleveren Krieg gegen Hacker

Microsoft hat zahlreiche Mittel, um sich, die eigenen Kunden und Produkte von Cyber-Angriffen zu schützen. Windows 10 S schützt weniger erfahrene Nutzer vor der Installation von unbekannten Anwendungen aus dem Internet und der SmartScreen-Filter warnt auf anderen Editionen des Betriebssystems vor möglichen Bedrohungen. Im Business-Bereich schützen zahlreiche Mechanismen in Office 365 und Microsofts Enterprise Mobility und Security Suite die Unternehmen vor Bedrohungen und möglichen sehr teuren Auswirkungen, in dem man künstliche Intelligenz zur Abwehr der Kunden-Systeme nutzt.

Microsoft verklagt Hacker wegen Markenrechtsverletzung

Ein unwahrscheinliches Mittel hat sich allerdings für Microsoft als sehr hilfreich erwiesen, nämlich der Rechtsweg. Eine Anzeige gegen Hacker zu erstatten ist oftmals genauso nützlich wie gegen einen unbekannten Fahrraddieb. Microsoft hat allerdings das Hacker-Kollektiv „Fancy Bear“, welches auch die US-Wahl im Vorjahr manipuliert haben soll, wegen Markenrechtsverletzung verklagt und war erfolgreich. Die Hacker hatten nämlich einige Domains in Besitz, welche Microsoft oder den Namen von Microsoft-Produkten im Namen trugen. Diese Domains sollten gegenüber Nutzern vertrauenswürdig wirken, wodurch sie zur Installation von Schadsoftware verleitet werden sollten. Die infizierten PCs waren daraufhin Teil eines Botnets.

Gegen die Verwendung der eigenen Markennamen  ging das Unternehmen gerichtlich vor und konnte so die Server der Hacker übernehmen. Die PCs der betroffenen Nutzer werden nun beim Aufruf dieser Domains auf offizielle Microsoft-Seiten weitergeleitet, von wo aus keine Schadsoftware bezogen werden kann.

Anwaltsbriefe an Hacker

Microsoft habe unzählige Briefe und Emails an die unbekannten Hacker geschickt und deren Wegwerf Mail-Adressen, welche zur Registrierung dieser Domains verwendet wurden. Eine Antwort hat das Unternehmen nie bekommen, allerdings wurden die Emails über 30 Mal gelesen.

Microsoft übernimmt Kontrolle über Hacker-Server

Nachdem das Hacker-Kollektiv im August 2016 trotz Einladung nicht vor Gericht erschien, wurde dem Unternehmen vom US-Bezirksrichter Gerald Bruce Lee Recht gegeben. Durch die Klagen konnte das Unternehmen im Vorjahr 70 Domains der Hacker übernehmen und so eine Menge Kommando- und Kontrollpunkte für Angriffe zu Nichte machen. Außerdem hat das Unternehmen dadurch sehr viele Informationen über die Praxis des Hacker-Kollektivs herausfinden können.

Die Domains zu erwerben und zu betreiben ist für die Hacker nicht günstig, während sich Microsofts Anwälte mit solchen Verfahren und Briefen nur warm machen für einen möglichen Patentkrieg mit Intel über Windows 10 ARM. Durch Microsofts Bemühungen müssen die Hacker ihre Infrastruktur immer wieder aufs Neue aufbauen und dadurch entstehen enorme Kosten. Es ist ein sehr langer Kampf, aber zumindest von Microsoft-Domains nimmt „Fancy Bear“ mittlerweile Abstand. Mit der wiederholten Registrierung hat sich das Kollektiv einen Bärendienst getan und vor Gericht möchte man mit Microsoft offenbar nichts mehr zu tun haben.


Quelle: Daily Beast

"Entdeckung besteht darin, den gleichen Gegenstand wie alle anderen zu betrachten, sich aber etwas anderes dabei zu denken."

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