Huawei Laptops und Windows 10 Updates: Was wir wissen

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Am Montag haben wir ausführlich über die Folgen des Verbots des Handels zwischen US-Konzernen und Huawei berichtet. US-Technologiekonzerne dürfen Huawei keine Software oder Hardware verkaufen. 

Die Auswirkungen könnten enorm sein, allerdings ändert sich für Nutzer fürs Erste nichts. Software-Updates für Android-Geräte kann Huawei weiter bereitstellen, da diese ohnehin auf AOSP-Basis entwickelt werden. Man ist hier also nicht von Google abhängig. Google hat zudem bestätigt, dass die Google Apps, darunter der PlayStore, auf den Geräten ganz normal weiter funktionieren werden.

Bekommt mein Huawei Laptop Windows 10 Updates?

Eine wesentlich bessere Antwort, als „Ich weiß es nicht.“, kann ich momentan nicht liefern. Zumindest nicht mit Sicherheit. Ich stehe hierzu sehr eng mit Microsoft und Huawei in Kontakt und deren Statements habe ich am Ende des Artikels auch besprochen.

My Two Cents

Hier ist allerdings meine persönliche Meinung bzw. Einschätzung der ganzen Situation. Wenn ihr die Statements von Microsoft am Ende des Artikels lest, werdet ihr meinen Punkt womöglich verstehen.

Huawei Laptops im Microsoft Store

Microsoft hat die Huawei Laptops aus dem Microsoft Store entfernt. Gründe hierfür gab Microsoft nicht an. Ich kann nur spekulieren, aber ich gehe davon aus, dass Microsoft nicht allzu viele Laptops lagernd hat. Man kauft die Geräte wohl bei Huawei direkt ein, wenn der Vorrat knapp wird. Womöglich agiert Microsoft nicht einmal selbst als Verkäufer, quasi wieder Amazon Marketplace. Wer weiß, welche Verträge Microsoft hier mit seinen Partnern geschlossen hat.

Windows Updates

Die Gerüchte über eine Stilllegung der Windows Updates für Huawei Laptops sind momentan falsch. Wer einen Huawei-Laptop besitzt, bekommt zum aktuellen Zeitpunkt des Schreibens sämtliche Windows Updates ganz normal über den Microsoft Server.

Wird sich das ändern? Ich vermute nein. Ganz einfach deshalb, weil Microsoft bei Windows Updates ein Lizenzabkommen mit dem Nutzer und nicht mit Huawei schließt. Technisch gesehen, liefert Microsoft die Updates nämlich an Nutzer aus und liefert somit Software nicht mit der direkten Intention, diese mit Huawei zu handeln. Verboten wurde schließlich nur der Handel bzw. die Übergabe von Software an Huawei.

Warum Android anders ist als Windows

Hier könnte man einwerfen, warum dann Google keine Updates mehr für Huawei-Geräte liefern darf. Nun, genaugenommen liefert ja Huawei immer schon die Android-Updates für die eigenen Geräte aus. Das Betriebssystem ist ja nicht Stock-Android wie auf Pixel-Geräten, sondern EMUI. Google liefert also das fertige Android an Huawei und der chinesische Hersteller macht dann damit, was er will. Samsung macht das nicht anders. Dieser Handel zwischen Google und Huawei ist nun theoretisch verboten. Theoretisch, weil das US-Handelsministerium hat jetzt eine neue Frist bis Mitte August gesetzt. Gleichzeitig muss Huawei ja nicht unbedingt das Google-Android als Kern nutzen, sondern kann das mit AOSP ganz einfach umgehen.

Bei Windows 10 liefert Microsoft die Updates allerdings nicht zuerst an den Hersteller, sondern selbstständig direkt an die Kunden und deren PCs. Der Hersteller hat mit Windows Updates ganz und gar nichts am Hut. Ob man einen Samsung-, Dell-, HP- oder Huawei-PC hat, alle bekommen dasselbe Update. Die Kontrolle über Windows Update hat allein Microsoft, nicht Huawei. Selbst, wenn Huawei wollte, könnte bzw. dürfte man dies nicht unterbinden.

Microsoft Statement: „Kein Kommentar“

Microsoft könnte zwar sehr wohl Windows Updates für Huawei-Laptops blockieren, allerdings stellen sich hier eine Vielzahl komplizierter rechtlicher Fragen:

  • Verstößt Microsoft mit der Einhaltung dieses Trump-Dekrets nicht gegen den Windows-Lizenzvertrag, den man mit Kunden geschlossen hat?
  • Ist es Microsoft zuzumuten, gegen Verträge mit Millionen von Kunden zu verstoßen, um das Dekret einzuhalten?
  • Muss Microsoft zwingend alle Arten verhindern, wie Huawei an Microsoft-Software kommen kann?

Das Dekret von Donald Trump verbietet nämlich nur den Handel mit Huawei selbst. Es sind allerdings Fragen, die ich mir als Nicht-Juristen, nicht zu beantworten zumuten möchte.

Microsoft ist dafür verantwortlich, euch für die Dauer der Unterstützung des von euch bezahlten Betriebssystems für eine gewisse Zeit Updates zu liefern. Diesen Vertrag habt ihr mit Microsoft und nicht Huawei mit Microsoft. Hier will ich übrigens nicht die unzähligen Möglichkeiten erwähnen, wie man eine solche Update-Blockade als Nutzer umgehen könnte. Das mal nur als Randnotiz.

Demnach denke ich persönlich, dass Microsoft bei Windows Updates nicht dazu angehalten ist, sich das dieses Dekret zu halten. Man handelt nämlich hier nicht mit Huawei. Ich bin kein Jurist, also das waren My Two Cents.

Was bedeutet „kein Kommentar?“

Ich habe allerdings natürlich Microsoft und Huawei dazu kontaktiert. Von Microsoft hieß es dazu „kein Kommentar.“

Das Statement würde ich ganz einfach so interpretieren, dass Microsofts Rechtsabteilung rund um Brad Smith und Julie Brill die ganze Sache nun in allen Facetten recherchiert. Solange die Microsoft-Rechtsabteilung diese Frage nicht abschließen geklärt hat, wird sich das Unternehmen wohl eher nicht mit einem Statement an die Öffentlichkeit wenden.

Andererseits kann ich mir gut vorstellen, dass „kein Kommentar“ auch so gemeint sein kann, dass man die Sache einfach totschweigen will, bis sie vorübergeht. Bei der ganzen Panik, die rund um die Beendigung der Zusammenarbeit zwischen Google und Huawei geschoben wurde, hat man quasi auf die Windows-Laptops von Huawei vergessen. Womöglich ist das sogar ganz gut so.

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