Microsoft präsentiert Windows 10 ARM Laptop zu Preisen ab 270 Euro

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Dass Geräte mit Windows 10 ARM schon bald auch niedrigste Preisklassen erreichen würden, schien ein unmöglich zu haltendes Versprechen von Microsoft und Qualcomm.

Die beiden Konzerne halten allerdings dieses Versprechen, denn kürzlich wurden die ersten beiden Windows 10 ARM-Geräte mit dem günstigeren Snapdragon 7c-Prozessor von Qualcommm vorgestellt. Die Geräte der beiden sehr unbekannten Hersteller JP.IK und Positivo kommen nämlich schon ab Preisen von 299 US-Dollar, also umgerechnet weniger als 270 Euro auf den Markt. Diese Geräte werden allerdings scheinbar dem Bildungssektor vorbehalten sein und dürften in Europa wohl nicht frei zum Verkauf stehen. Die beiden Hersteller bauen nämlich vorrangig Geräte im Auftrag von größeren Bildungseinrichtungen und kaufen diese wahrscheinlich bei irgendeinem chinesischen ODM als Auftragsfertigung ein.

MaiBenBen XiaoMai X228

Wer allerdings ein günstiges Windows 10 ARM Gerät aus China haben möchte, kann das durchaus bekommen. Das MaiBenBen XiaoMai X228 ist das Produkt eines chinesischen Herstellers, welcher zumindest in China durchaus etwas bekannter ist.

Das Notebook mit Windows 10 ARM kommt mit einem Snapdragon 850-Prozessor, 8 Gigabyte Arbeitsspeicher und 128 Gigabyte an SSD-Speicher. Es handelt sich um einen 12,5 Zoll Laptop mit FullHD-Display, welcher Laufzeiten von etwa 10 Stunden bieten soll. Die Beschreibung des Herstellers zum Gerät ist dabei interessanterweise voller Tippfehler („Snopdragon“), automatischer Übersetzungen und falscher Behauptungen, der Laptop unterstütze „5G“, wofür auch immer das in dem Fall stehen mag.

Das Produkt ist lediglich über Aliexpress verfügbar und wird dort von dem chinesischen Hersteller selbst angeboten, und zwar zum Preis von nur 450 US-Dollar. Damit ist es aktuell das günstigste Windows 10 ARM-Notebook auf dem Markt, wenngleich wir einerseits von einer Bestellung nach Deutschland abraten und andererseits die Einfuhrumsatzsteuer fällig wird.

Windows 10 ARM Laptop für 299 US-Dollar

Das neue Produkt, worauf Windows-Enthusiasten wohl am längsten gewartet haben, bringt die Plattform mit ARM-Prozessoren in gänzlich neue Preissegmente. Zu einem Preis, wofür es bislang nicht einmal ein gebrauchtes Gerät zu erwerben gibt, kommt das neue JP.IK Turn T101 mit dem Snapdragon 7c Prozessor.

Sparen an jeder Ecke

Zu den konkreten Spezifikationen gab der Hersteller bislang nichts an und auch Microsoft schweigt sich hierzu aus. Das JP.IK Turn T101 basiert jedoch auf einem anderen Notebook, welches bislang mit dem Intel Atom x5-Chip ausgestattet war. Äußerlich sind beide Geräte gleich, weswegen auch die Vermutung nicht weit ist, dass die innere Hardware zum selben Preis nicht allzu weit entfernt ist. Den neuen Qualcomm-Prozessor dürfte das 11,6 Zoll Notebook demnach mit 2 Gigabyte LPDDR4 Arbeitsspeicher, 32 Gigabyte an eMMC Speicher sowie einem 1366 x 768 IPS-Panel kombinieren. Der Akku beim Vorgänger verfügt nur über eine Kapazität von 2.250 mAh, was unter Windows 10 ARM allerdings durchaus für einige Stunden gut sein kann.

Positivo Wise N1212S

Ebenfalls für den Bildungsmarkt vorgestellt, wurde das Positivo Wise N1212S, welches den Snapdragon 7c mitbringt und 575 US-Dollar kosten wird. Hier gibt es ebenfalls keinerlei Spezifikationen vom Hersteller oder von Microsoft.

Günstige Windows 10 ARM Geräte: Es dauert noch

Beide Hersteller, welche diese Geräte nun herzeigen, produzieren die Geräte im Grunde nur für eigene Projekte und Kunden. JP.IK gibt an, im Zuge der eigenen Projekte bis zu 15 Millionen Schüler erreicht zu haben, von denen auch einige wenige die eigene Hardware verwenden dürften. Man produziert somit im Vergleich zu ASUS, Lenovo oder Acer in extrem kleinen Stückzahlen, weswegen man auch bisher für 300 US-Dollar nur einen Intel Atom x5 und 2 Gigabyte RAM bekommen konnte.

Dass sich der Snapdragon 7c preislich jedoch ähnlich einreihen kann, ist jedenfalls ein gutes Signal für die gesamte Plattform. Sollten auch andere Hersteller damit beginnen, entsprechend kostengünstige Geräte zu bauen, dürfte man für ähnliche Preise womöglich auch im Alltag ausreichende Hardware bekommen.

Es wird jedoch einige Monate dauern, bis auch die größeren Hersteller sich für einen Einstieg in den Markt entscheiden. Microsoft arbeitet jedenfalls im Hintergrund daran, neue Partner zu gewinnen und wir könnten im Juni dieses Jahres schon die ersten, günstigeren Windows 10 ARM-Geräte sehen.


Quelle: Microsoft

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