Microsoft Edge 88: Aktualisierung komplettiert die Chromium-Version

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Microsoft Edge 88: Screenshot des Verlaufs in der Menüleiste

Vor genau einem Jahr hat Microsoft den Unterbau ihres Edge-Browsers vollständig gewechselt. Aus einem komplett eigens entwickelten Browser wurde eine weitere Chromium-Abspaltung. Aufgrund dessen mussten die Entwickler jedes Browser-Element neu programmieren. Dadurch erschien der neue Edge mit weniger Funktionen als sein Vorgänger und dem Versprechen, man würde dem mageren Browser regelmäßig ordentliches Essen servieren, damit er zunehmen kann.

Letzte Woche erschien Microsoft Edge Version 88. Da wir zugegebenermaßen spät dran sind, sollte jeder Leser die Aktualisierung bereits installiert haben. Meiner Meinung nach hat der Browser nun den Status als würdigen Nachfolger für Edge Legacy erreicht, also ordentlich zugenommen seit Januar 2020. Zwar fehlen immer noch ein paar Details wie das Fluent Design, Thumbnail-Previws für Tabs oder störungsfreies Drucken. Doch insgesamt ist der Browser nun komplett. Schauen wir kurz in die Neuerungen von Microsoft Edge 88.

Microsoft Edge 88: alle Neuerungen im überblick

  • Die Synchronisierung von Browser-Daten mit der Cloud ist endlich vollständig. Offene Tabs und der Verlauf sind nämlich dazugekommen. Passend dazu kann der Edge unter Android diese Daten nun empfangen, dort fehlt aber noch der Sync der hinterlegten Zahlungsinfos.
  • Webseiten lassen sich wieder ans Startmenü heften. Gleichzeitig implementierte man die Funktion nützlicher als noch im alten Edge. Klickt man auf die entsprechende Kachel im Startmenü, überprüft der Browser zuerst, ob die Webseite bereits offen ist und falls dem so ist, wechselt er zu dem gefunden Tab. Dies verhindert das unnötige Öffnen zahlreicher Tabs der selben Seite.
  • Eine neue Funktion für einen geringeren Ressourcen-Verbrauch: Tabs können in einen neuen Ruhezustand wechseln. In diesem stellt Microsoft Edge 88 diese ausgegraut in der Tab-Liste dar. Sobald eine Webseite den Ruhemodus betritt, werden dort alle Skripts pausiert, um Ressourcen zu sparen. Diese Implementierung ist zwar in Chromium vorhanden, doch Microsoft erweiterte diese. In den Einstellungen unter System kann man eine Zeitspanne auswählen, nach dessen Inaktivität eine Seite schlafen gelegt wird. Die Funktion ist besonders praktisch für günstige Notebooks oder Tablets, um dort den Prozessor weniger zu belasten und somit selbstverständlich die Akkulaufzeit zu erhöhen.
  • Oben rechts gesellt sich zu dem Favoriten-Menüein neues Menü für den Browser-Verlauf. In dem zusätzlichen Flyout lassen sich zudem alle zuletzt geschlossenen Tabs/Sitzungen auflisten, sowie die geöffneten Tabs auf anderen Geräten. Zwar präferiere ich weiterhin den alten Hub, doch dies ist ein brauchbarer Ersatz. Definitiv angenehmer als die gesonderte Seite, die weiterhin zur Verfügung steht.
  • Notizen als Textform können in PDF-Dateien hinterlegt werden. Diese Funktion feiert ihre Rückkehr aus dem alten Edge.
  • Ebenfalls aus dem alten Edge: der PDF-Betrachter erlaubt nun eine zweiseitige Ansicht, ähnlich wie Microsoft Word.
  • Suchen in der Seitenleiste ist zurück, auch wenn sie bei mir nie weg war. Dieses Feature greift immer auf Bing zurück als Suchmaschine.
  • Integrierter Passwort-Generator + Abgleichung der hinterlegten Passwörter mit einer Datenbank von gestohlenen Nutzerdaten. Somit zieht Microsoft hier mit der Konkurrenz nach und bietet einen besseren Passwort-Manager direkt im Browser.
  • Der Browser unterstützt die optische Personaliserung durch Designs. Diese lassen sich aus dem Microsoft Edge-Store beziehen. Dort stehen bereits einige Themes von Microsoft zur Verfügung, bspw. zu bekannten Xbox-Titeln.
  • Der Eintrag Cookies und Webseitenberechtigungen in den Einstellungen erhielt einen neuen optischen Anstrich und diverse Optimierungen für eine erhöhte Komfortabilität. Cookies lassen sich jetzt Filtern, um bspw. nur noch Cookies von Drittanbietern anzuzeigen. Außerdem werden diese auch übersichtlicher nach Webseiten gruppiert. Eine Liste mit Webseiten denen man zuletzt Berechtigungen gewährte gesellt sich ebenfalls dazu. Microsoft Edge 88 hat somit die übersichtlichste Verwaltung von Cookies und Webseitenberechtigung auf dem Browser-Markt.
  • Die integrierte Webaufnahme zur Erstellung von Screenshots innerhalb von Webseiten besitzt jetzt umfangreichere Möglichkeiten zur Markierung. Außerdem ermöglicht Microsoft das Ablichten ganzer Seiten. Dadurch ersetzt diese Funktion das Notizen-Feature des alten Edge.
  • Edge schlägt autoamtisch den Wechsel zwsichen dem Arbeits- und Persönlichen-Profil vor.
  • Überarbeitete Icons im Fluent-Design.
  • Kiosk-Modus erlaubt das Öffnen von Popups immer in neuen Tabs.
  • Verbesserter Internet Explorer-Modus.
  • Das FTP-Protokoll wird nicht mehr unterstützt (Chromium).
  • Das Ausführen von Adobe-Flash-Inhalten ist nicht möglich (Chromium).

Bonus für Leser: Vertikale Tabs: zukünftige Funktion jetzt schon aktivieren

Zuletzt noch ein kleiner Tipp als Bonus für aufmerksame Leser. Die zukünftige Funktion alle geöffneten Browser-Tabs in einer vertikalen Seitenleiste aufzulisten kann jetzt schon per Flags aktiviert werden.

  1. Dazu gibt ihr oben in der Adressleiste edge://flags ein und tippt Enter.
  2. Auf der Webseite, die sich öffnet, befindet sich oben eine Suchleiste.
  3. Dort sucht ihr nach Vertical Tabs.
  4. Wählt rechts in der Auswahlbox den Eintrag Enabled aus.
  5. Anschließend öffnet sich unten eine Meldung. Klickt auf die Schaltfläche Neustarten.
  6. Nach dem Neustart des Edge-Browsers sollte oben links ein neues Icon erscheinen. Dort draufklicken.

Quelle: Dr. Windows

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Über den Autor

20 Jahre alt | Redakteur & Videoproduzent bei WindowsArea. | Instagram: @arminosaj | Twitter @Armin2208 | YouTube: Armin2208

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mack
1 Monat her

Und die Favoriten lassen sich wieder an der Seite anpinnen.

Testbild
1 Monat her

Nicht zu vergessen das Rendering aller Webseiten in den „Dark Mode“, lässt sich via edge://flags/ aktivieren.