Urteil: Microsoft muss öffentliche LinkedIn-Daten für Konkurrenz bereitstellen

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Microsoft hat LinkedIn vor einigen Monaten übernommen und für das soziale Berufsnetzwerk 26 Milliarden US-Dollar bezahlt. Hauptsächlich ging es dem Unternehmen dabei um die Daten, welche die Mitglieder des Netzwerks über sich bereitstellen. LinkedIn ist für Microsoft vor allem im Cloud-Bereich ein sehr wichtiges Instrument, da man dadurch recht einfach die Entscheidungsträger in Unternehmen erreichen kann.

Auch andere Unternehmen wollen auf diese Daten Zugriff haben und Microsoft hat bereits vor der Übernahme versichert, dass man jene Informationen, die Unternehmen bislang nutzen konnten, auch in Zukunft zur Verfügung stellen wird. Wenn es dabei allerdings um Konkurrenten geht, die damit ein Geschäft aufbauen wollen, so gelten andere Bestimmungen. Das Startup HiQ Labs will nämlich ebenfalls an einem Teil des LinkedIn “Daten-Kuchens” naschen. Man hat einen Dienst entwickelt, der auf öffentliche LinkedIn-Daten zugreift und diese auswertet. Dank eines eigenen Algorithmus kann man somit beispielsweise das Verhalten von Mitarbeitern prognostizieren, darunter auch, nach welcher Zeit die Arbeitnehmer ein Unternehmen wieder verlassen.

Zugriff auf gehostete öffentliche Daten

Dafür greift das Startup auf Daten zu, die LinkedIn zwar unregistrierten Mitgliedern sowie Suchmaschinen auf der Webseite bereitstellt, die allerdings nicht zur Verwendung von anderen Diensten gedacht sind. LinkedIn ist gegen die Verwendung dieser Daten, denn während die Auffindung im per Suchmaschine für den Arbeitnehmer von Interesse ist, gibt es grundsätzlich keine Erlaubnis, Daten zu nutzen, die auf fremden Servern gehostet sind. Selbstverständlich will LinkedIn dadurch sicherstellen, dass die eigenen Daten, die man über die Mitglieder hat, auch nicht von Konkurrenten genutzt werden.

Das Gericht folgte allerdings dem Argument des Startups, welches der Meinung war, dass die Innovation im Internet nicht durch die Interessen größerer Konzerne gebremst werden darf. Öffentliche Informationen seien für alle öffentlich zu machen. Im Urteil wird LinkedIn damit beauftragt, sämtliche Technologien zu entfernen, die HiQ Labs daran hindern, auf öffentliche LinkedIn-Profile zuzugreifen. Einige Unternehmen, die ebenfalls fremde Daten nutzen, zeigten sich vom Urteil begeistert und man nannte es einen wichtigen Sieg.

Das Urteil könnte allerdings Auswirkungen haben auf andere Unternehmen, die somit ohne Zustimmung auf gehostete Daten anderer Unternehmen zugreifen dürften, deren Verwendung in der Form nicht vorgesehen ist. LinkedIn hat bereits angekündigt, Berufung einzulegen.


Quelle: reuters

Über den Autor

23 Jahre alt, Redakteur bei WindowsArea.de, Windows Insider MVP.

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DevilDesire
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DevilDesire

Zum Teil sehe ich es genauso, wenn die Daten per Suchmaschine gefunden werden können, dann kann man sie auch nutzen.

Aber nur solange, wie kein Urheberrecht verletzt wird.

Allerdings bin ich auch der Meinung, dass der Nutzer selbst entscheiden sollte, ob seine Daten aus dem Profil von anderen Firmen genutzt werden darf.

bladevortexx
Mitglied
bladevortexx

Vor allem weil die Suchmaschinenindizierung ja auch gewerblich genutzt wird von Google…

Zarox
Mitglied
Zarox

ich weiß nicht, wie es bei LinkedIn ist, aber eigene Datensätze sollte man doch als “öffentlich” (von allen Suchmaschinen auffindbar), “Freunde”, “Freunde der Freunde” (intene Suchmaschine) oder “Privat” deklarieren können.