Android-Hersteller lügen in Bezug auf Sicherheitspatches

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Google, Nokia, OnePlus, Samsung, HTC, Sony, Huawei und ZTE. All diese Hersteller installieren früher oder später die von Google freigegebenen Sicherheitspatches auf die Smartphones ihrer Kunden. Allerdings haben fast alle dieser Hersteller in Bezug auf die Installation dieser Sicherheitsupdates bereits gelogen. Sie änderten nur das Update-Datum in den Einstellungen. 

Nachdem Android im Vorjahr immer wieder von schwerwiegenden Sicherheitslücken betroffen war, gelobte Google Besserung. Jeden Monat entwickelt das Unternehmen einen Sicherheitspatch, liefert sie für eigene Geräte aus und bietet dasselbe den verschiedenen Herstellern von Android-Smartphones an. Es gehört zum guten Ton, diese Updates auch zu installieren. In den Einstellungen erkennen die Nutzer auf einen Blick, von welchem Monat die Sicherheitspatches stammen. Manche Hersteller machen das ganz vorbildlich, andere nicht. So zumindest der Anschein, denn fast alle Hersteller haben in der Vergangenheit bei der Auslieferung dieser Updates bereits gelogen.

Ein aktueller Bericht von Wired hat nun aufgedeckt, dass praktisch alle Hersteller ihre nicht ausgelieferten Sicherheitsupdates vertuschen. Anstatt den Patch für die eigenen Smartphones auszuliefern, wird nur ein Update installiert, welches das Datum in den Einstellungen ändert. So werden Nutzer über die Tatsache hinweggetäuscht, dass in Wahrheit kein Update installiert wurde. Die Sicherheitslücke, welche der Patch hätte beheben sollen, bleibt somit weiter offen.

Nokia, Xiaomi, OnePlus, HTC, Huawei, LG, Motorola: Sie alle haben gelogen

Google, Sony, Samsung und Wiko sind jene Hersteller, die noch sehr vorbildlich die Sicherheitspatches für Android installiert haben. Diese Hersteller haben keines bzw. höchstens ein einziges Mal ein Sicherheitsupdate für Android ausgelassen. Xiaomi, OnePlus und Nokia haben dagegen eines bis drei Patches nicht installiert, welche somit auf den Geräten der Nutzer fehlten. Bei den Sicherheitspatches für Android handelt es sich – nicht wie bei Windows 10 – um kumulative Updates, welche auch die vorherigen Patches beinhalten. Ein ausgelassenes Update bedeutet mindestens eine offene Sicherheitslücke im System. Huawei, HTC, LG und Motorola haben sogar drei oder vier Updates ausgelassen und TCL und ZTE ließen direkt vier oder mehr Updates aus.

All diese Hersteller haben bei ihren Geräten allerdings angegeben, dass das aktuellste Android-Sicherheitsupdate installiert sei. Eine glatte Lüge. Wired hat dabei über 1.200 Smartphones dieser Hersteller unter die Lupe genommen.

Nicht der erste Android-Skandal

Es würde ebenfalls erst kürzlich aufgedeckt, dass Google auch dann die Position von Nutzern aufzeichnet, wenn die Ortung auf Android-Smartphones deaktiviert ist. Das Unternehmen geht sogar so weit und sammelt diese Daten selbst dann, wenn WLAN deaktiviert und die SIM-Karte des Smartphones entfernt wurde.


Quelle: Wired

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