Surface Book: Hands-On und erste Eindrücke von Microsofts erstem Notebook

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Microsoft Surface Book front tastatur display startmenü

Microsofts erstes Notebook ist in Wahrheit ein Convertible und nennt sich Surface Book. Es ist seit kurzem exklusiv in den USA erhältlich, was aber für Liebhaber kein großes Hindernis ist. Christian Haberl vom WindowsBlog.at hat das Gerät importiert und uns ebenfalls an der Unboxing Party teilhaben lassen.

Verarbeitung und Design

Microsoft Surface Book detached Tablet Display Tastatur Keyboard

Das Surface Book ist Microsofts erstes Notebook, doch es wäre kein Surface, wenn man nicht zumindest teilweise den Formfaktor Convertible anwenden würde. Mittels eines außerordentlich starken Magneten ist die Tastatureinheit mit dem Display verbunden, welches losgelöst über einige Stunden selbstständig funktionieren kann.

Losgelöst von der Tastatur erinnert das Surface Book sehr stark an das Pro 3 und ist vermutlich für weniger technikaffine Nutzer kaum davon unterscheidbar, zumindest solange man nicht beide Geräte nebeneinander stehen hat. Microsoft verwendet für das Gehäuse des Surface Book dasselbe hochwertige Material, nämlich VaporMg, sprich eine Magnesiumlegierung, und auch von der Verarbeitungsqualität ist es mindestens auf der Höhe des Surface Pro 3.

Microsoft Surface Book rückseite zugeklappt

Die Unterschiede im Design der Hardware findet man am einfachsten an der Rückseite, wo nun das vom Surface 3 bekannte spiegelnde Microsoft-Logo anstatt des „Surface“-Schriftzugs zu finden ist. Außerdem ist es aufgrund der 13,5-Zoll Displaydiagonale etwas größer, allerdings nicht direkt proportional, da man beim Surface Book einen dünneren Rand rund um das Display verwendet hat. Daneben ist das Surface Book etwas dünner und wesentlich leichter als das Pro 3, allerdings aufgrund der leicht schärferen Kanten nicht unbedingt für die Bedienung als Tablet gedacht.

Beim Tastaturdock verwendet man ebenfalls VaporMg und auch hier übertrifft die Verarbeitung sämtliche Erwartungen. Die Tastatur ist an der obersten Stelle vor dem Scharnier kaum dicker als ein USB-Port und wird nach vorne hin dünner. Rund um die Tasten ist eine angenehme Wölbung zu den Seiten hin spürbar, was für eine sehr hochwertige Haptik sorgt.

Microsoft Surface Book Seite verwendung

Dockt man die Displayeinheit an die Tastatur an, hat man ein vollwertiges Notebook und tatsächlich ist es bislang die beste Lösung für ein 2-in-1, die wir bislang gesehen haben. Die Tastatur ist nämlich mittels eines magnetischen Mechanismus mit dem Display verbunden, der mittels Drücken und Halten einer Taste losgelöst wird, was für ein zufriedenstellendes leises Klicken sorgt. Dadurch ist diese Verbindung sehr stabil und vergleichbar mit dem Scharnier eines normalen Notebooks. Dennoch macht sich bei der Nutzung gelegentlich bemerkbar, dass Tastatur und Display nicht eine Einheit sind, beispielsweise, wenn man es am oberen Bildschirmrand berührt. In dem Fall wackelt das Display leicht, kippt jedoch nicht um. Der Neigungswinkel ist zu diesem Zweck auch begrenzt auf schätzungsweise 120 Grad.

Microsoft Surface Book seite scharnier

Über das Design im zugeklappten Zustand sorgt das Surface Book wohl für die meisten Diskussionen und zwar kann es beim Scharnier nicht vollständig geschlossen werden, weswegen ein rund einen Zentimeter weiter Spalt entsteht, der zur Vorderseite des Geräts hin enger wird. Dies hat praktisch keinen Einfluss auf die Haptik des Geräts, wenn, dann positiv, da es aufgrund der Rundung sehr gut in der Hand liegt. Langfristig könnte dieser Spalt allerdings Schmutz anziehen, den man nur ungern zwischen den Tasten herausputzen will.

Display

Microsoft Surface Book seite surface pen stylus

Microsoft hat sich auch beim Surface Book für das 3:2-Format entschieden und liefert beim 13,5-Zoll großen Panel eine Auflösung von 3000 x 2000 Pixeln. Das Format ist zumindest auf einem Notebook recht ungewöhnlich, bietet aber durchaus einige Vorteile. Beim Surfen im Internet bemerkt man relativ rasch, dass man mehr vom Display hat und weniger scrollen muss, aber auch für Bildbearbeitung dürfte es in Kombination mit dem verbesserten Surface Pen sehr gut geeignet sein.

Microsoft Surface Book startmenü windows 10 farben

Dafür sorgt nicht nur die hohe Auflösung, sondern auch die wahrlich brillante Farbdarstellung, welche den Eindruck vermittelt, dass das Display Inhalte exakt so darstellt, wie es der Ersteller gewünscht hätte. Gleichzeitig bietet es eine sehr gute Helligkeit und eine großartige Blickwinkelstabilität, allerdings darf auch hier die Starke Spiegelung nicht außer Acht gelassen werden. Dennoch ist es definitiv eines der besten Displays, in die ich je blicken durfte.

Tastatur und Touchpad

Microsoft Surface Book front tastatur Touchpad

Die Tastatur macht einen sehr guten Eindruck und bietet ein solides Feedback. Lobend muss man das Tastaturlayout erwähnen, welches Microsoft durchaus intelligent gestaltet hat mit zwei sehr weiten Shift-Tasten und Strg ganz links anstatt Fn, wie wir es bei vielen Notebooks schon gesehen haben. Es gibt selbstverständlich auch eine stufenweise verstellbare Tastaturbeleuchtung, welche weiß durch die silbernen Tasten schimmert, weswegen eine gewisse Ähnlichkeit zum HP Spectre x360 unverkennbar ist.

Mit Windows 10 hat Microsoft den Grundstein dafür gelegt, dass nicht nur Apple-Geräte mit hervorragenden Zeigergeräten ausgestattet sein können und das Surface Book zeigt dies großartig vor. Man hat endlich ein so großes und gutes Glastrackpad verbaut, welches als eines der Windows-Geräte, den Nutzer nicht dazu zwingt, in der Systemsteuerung die Zeigergeschwindigkeit zu erhöhen. Es ist präzise, schnell und reagiert hervorragend auf sämtliche Eingaben und zur Krönung gibt es einen sehr zufriedenstellendes Click-Geräusch von sich.

Vorläufiges Fazit

Microsoft Surface Book front seite display

Mit dem Surface Book haben wir definitiv einen neuen Anwärter für den Titel des besten Notebooks auf dem Markt, welches zumindest unserer Meinung nach aktuell das Dell XPS 13 ist. Es wäre allerdings kein Surface, wenn man es klar einer Kategorie zuordnen kann, zumindest, wenn man es ganz genau nimmt. Ginge es nach Microsoft, würde man es wohl etwa folgendermaßen beschreiben: Es ist ein Notebook mit abnehmbarer Displayeinheit, kein Tablet mit Tastatur. Zwar wäre es damit immer noch ein Convertible, vergleichen mit einem Surface Pro 4, Spectre x2 oder der Acer Switch-Reihe will man es aber nicht.

Am Ende spielt die Kategorie aber keine Rolle, sondern die Alltagstauglichkeit und der erste Eindruck ist sehr positiv. Bleibt nun nur noch zu hoffen, dass es bald auch offiziell in Europa erhältlich sein wird.

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