Microsoft

Google-Mitarbeiter gibt zu: Es gab eine Verschwörung gegen Microsoft-Browser

Der ehemalige Google-Mitarbeiter Chris Zacharias erzählt in seinem aktuellen Blogpost die Geschichte, wie Google es im Jahr 2009 geschafft hat, den Internet Explorer 6 zu töten.

Der Browser, welcher zur damaligen Zeit noch offiziell unterstützt wurde und 25 Prozent Marktanteil hatte, war für den YouTube-Entwicklern ein Dorn im Auge. Regelmäßig mussten Fehler behoben werden, welche der Browser in Zusammenhang mit der Darstellung der Seite produzierte. Nachdem man sich nicht mehr mit den Eigenheiten des Browser beschäftigen wollte, entschloss sich das Team, eine irreführende Warnung auf der Seite anzuzeigen. Darin ließ mman Nutzer wissen, dass der Support für den Browser „bald“ eingestellt werde und Nutzer einen aktuelleren Browser installieren sollen. Das Statement wurde bewusst unklar gehalten, um möglichen Beschwerden von Nutzern entgegenzuwirken. Vorgeschlagen wurden Mozill Firefox, der Internet Explorer 8, welcher für diese Nutzer natürlich nur über ein System-Update verfügbar gewesen wäre, sowie Google Chrome.

Die Google-Entwickler hatten diesen Schritt im Alleingang vollzogen und andere Abteilungen waren davon komplett übnerrascht worden. Die Medien sahen den Schritt damals allerdings positiv an, damit zu drohen, ein Fünftel der Nutzer im Web von einer Seite auszuschließen.

Marktanteil des IE6

Klar zu sehen auf den damaligen Statistiken ist allerdings, wie sich der Marktanteil von Internet Explorer 6 damals entwickelte. Innerhalb weniger Tage sank der Marktanteil von 25 auf 15 Prozent zurück.

Google-Strategien

Der ehemalige Google-Entwickler zeichnet in seinem Blogpost ein Bild von rebellischen Ingenieuren, die einen alten Browser verdammen. Im Zusammenhang mit dem Internet Explorer 6 ist das zweifellos nicht unwahr, war der Browser für Entwickler stets ein enormes Problem. 2009 war das Produkt längst veraltet.

> Wie Google eure Privatsphäre missachtet

Auf der anderen Seite zeigt der Blogpost allerdings völlig unbeabsichtigt auf, welche Wege Google zu gehen bereit ist, um ein konkurrierendes Produkt zu bremsen oder auszulöschen. Zumindest zeigt es, dass man diese Macht jedenfalls hat und auch bereits ausgenutzt hat. Dass Google eigene und fremde Sicherheitslücken ganz gerne anders behandelt, zeigte man erst vor wenigen Monaten.

Der Streit mit Microsoft rund um die YouTube-App für Windows Phone, mit Amazon rund um YouTube für Amazon Echo Show sowie die absichtliche Blockade von YouTube für Edge und Firefox zeigt eindeutig, dass der Konzern diese Möglichkeiten im Dienste für den eigenen Chrome-Browser ausgenutzt hat. Davon zeugen auch die Beschreibungen des ehemaligen Firefox-Entwickers Johnathan Nightingale, wo mit Erscheinen des Chrome-Browsers „plötzlich“ Probleme mit der Darstellung verschiedener Google-Seiten in Firefox auftraten.

 

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"Entdeckung besteht darin, den gleichen Gegenstand wie alle anderen zu betrachten, sich aber etwas anderes dabei zu denken."
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