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Editorial

Windows 10 Mobile Redstone 3: Hoffnungen, Wünsche und was wir erwarten dürfen

Das Windows 10 Mobile Creators Update ist praktisch fertiggestellt und Microsoft wird dem Update nur noch den letzten Feinschliff verpassen bevor es dann offiziell ausgerollt wird. Die magere Feature-Ausbeute enttäuscht die Smartphone-Nutzer, vor allem, da sich am Desktop außerordentlich viel getan hat. Während wichtige Schnittstellen implementiert wurden, darunter Unterstützung für GATT-Server, wurden viele Funktionen (weiterhin) nicht eingebaut. Beispielsweise wäre die Nachtlicht-Funktion von Windows 10 auch außerordentlich gut für Smartphones geeignet, jedoch ist laut Microsoft die Zeit noch nicht gekommen. Es sind nicht nur neue Desktop-Features, die unter Windows 10 Mobile vermisst werden. Die Hoffnung, dass diese mit dem Creators Update Einzug halten werden, dürfen getrost begraben werden.

Alle Augen richten sich also auf das nächste Update mit dem Codenamen Redstone 3. Microsoft hat es in einer Roadmap bereits offiziell angekündigt und sofern die eigene Prognose korrekt ist, dürfte es im November dieses Jahres erscheinen. In der Vergangenheit wurde oftmals spekuliert, dass es ab diesem Update wieder mehr um Windows 10 Mobile gehen wird, jedoch sind diese Stimmen immer mehr verstummt je näher wir diesem Zeitpunkt kommen.

Was passiert Ende 2017 in der Microsoft Welt?

Zuerst ist es wichtig, zu klären, inwiefern Microsofts Systemversionen mit neuen Produktvorstellungen zusammenhängen. Mit jeder neuen Systemversion von Windows 10 versucht Microsoft mittlerweile in einen anderen Bereich vorzupreschen. Das Windows 10 Anniversary Update brachte Windows Ink-Unterstützung. Das Update kam etwa zum Schulstart 2016 und bot neue Möglichkeiten zur Stifteingabe. Microsofts Ziel war es, Windows 10 als das beste System für Stifteingabe zu etablieren. Gleichzeitig wurde die Xbox One S mit dem Anniversary Update veröffentlicht und das Xbox-System musste entsprechend angepasst werden. Mit dem Windows 10 Creators Update will sich das Unternehmen um die „Macher“ unter den PC-Nutzern kümmern, einerseits also echten Professionals das Leben erleichtern, andererseits junge Menschen dazu motivieren, mehr auf ihren Geräten zu erschaffen. Der dazugehörige Produkt-Launch war zweifellos das Surface Studio, wenn es natürlich auch bereits einige Monate vorher ausgeliefert wird.

Ende 2017 wird es in der Microsoft-Welt in zweierlei Hinsicht spannend: Einerseits warten Gamer sehr gespannt auf Project Scorpio, Microsofts Next-Gen-Konsole, andererseits wird Windows 10 in der zweiten Jahreshälfte auf ARM-basierten Prozessoren laufen, konkret dem Qualcomm Snapdragon 835. Für beide Projekte hat Microsoft große Ziele und diese sind einigermaßen bekannt, hat man immerhin schon einiges anklingen lassen. Auf Project Scorpio werden UWP Games aus dem Windows Store laufen und generell soll es eine wesentlich nähere Verknüpfung zwischen Xbox und PC geben. Microsoft wird das System für die neue Konsolengeneration bereit machen müssen und wir dürfen auf eine Menge Neuerungen gespannt sein. Dasselbe gilt auch für Windows 10 ARM: Vorerst dürften sogenannte Cellular PCs auf den Markt kommen, sprich kleinere Tablets und Convertibles auf ARM-Basis und dafür wird das System bereit gemacht.

Composable Shell

Microsofts langfristiges Ziel nennt sich Composable Shell und damit will das Unternehmen nicht nur den Kern von Windows 10 für alle Systeme vereinen, was bereits der Fall ist, sondern auch die Shell, sprich die vom Nutzer sichtbaren Komponenten. So wie derzeit der Tablet-Modus in Windows 10 integriert ist, soll sich das Interface sowie die Bedienung auf das entsprechende Gerät anpassen, auf dem der Inhalt ausgegeben wird. Mit dem Redstone 3-Update dürfte der Fokus sehr stark auf Project Scorpio liegen, ist zumindest unsere Vermutung, denn das System sollte wohl zum Launch der Konsole bereit sein. Andere Berichte, welche womöglich auch zuverlässigen Quellen entstammen, behaupten allerdings, dass Microsoft mit Windows 10 Mobile beginnen will und das mobile Interface zuerst in das Desktop-System einpflegen will bevor mit der Arbeit an Xbox begonnen wird. Auch diese Anpassung wäre in Anbetracht möglicher mobiler Windows 10-Hardware mit Snapdragon 835-Prozessor durchaus logisch. Microsoft hat immerhin bereits bestätigt, dass Windows 10 ARM für Geräte zwischen 6- und 14-Zoll bereitstehen wird. Das Tempo würde allerdings Microsofts und Qualcomms Plänen etwas widersprechen. Es ist nämlich davon auszugehen, dass die Cellular PCs erst in Form von kleineren Convertibles mit LTE und langen Akkulaufzeiten auf den Markt kommen werden und erst danach das 3-in-1-Smartphone-Konzept mit Unterstützung von Desktop-Apps im Continuum-Modus umgesetzt wird. Die Umsetzung von Composable Shell dürfte allerdings weit über Redstone 3 hinausdauern, aber die Arbeiten daran dürften mit dem nächsten Update bereits beginnen.

Schlusswort

Bis auf die Composable Shell-Pläne ist bislang nicht allzu viel durchgesickert, was sich Microsoft für das nächste Update vorgenommen hat. Die Ankündigungen in den letzten Wochen und Monaten lassen allerdings durchaus einige Schlüsse zu, was passieren müsste, wenn dieses Konzept in die Tat umgesetzt werden soll. Für kommende Smartphone-Generationen mit Windows oder wie auch immer Microsoft die mobilen Geräte mit Windows 10 und Snapdragon 835-Prozessor nennen wird, dürfte die Entwicklung von Composable Shell  entscheidend sein, jedoch ist momentan nur schwer abzusehen, wie sich das aktuelle Windows 10 Mobile-System auf heutiger Hardware weiterentwickeln wird.

Was erwartet ihr vom Redstone 3-Update?

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"Entdeckung besteht darin, den gleichen Gegenstand wie alle anderen zu betrachten, sich aber etwas anderes dabei zu denken."
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